Mittwoch, 16. September 2026

Kanzler unter Druck: Worauf kommt es wirklich an?


Bundeskanzler Friedrich Merz steht vor entscheidenden Tagen. Nach dem historisch schlechten Abschneiden der CDU in Sachsen-Anhalt wächst in der Regierung die Unruhe. Erste Stimmen stellen inzwischen die politische Zukunft des Kanzlers infrage. Die bevorstehenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin könnten den Druck weiter erhöhen. Dass Merz seine geplante Reise zur Generaldebatte der Vereinten Nationen abgesagt hat, weil seine Anwesenheit in Berlin erforderlich sei, zeigt den Ernst der Lage. Doch während über Personen, Mehrheiten und mögliche Nachfolger gesprochen wird, können die notwendigen Entscheidungen nicht warten: Deutschland braucht wirtschaftliches Wachstum, tragfähige Sozialversicherungen, weniger Bürokratie, eine bezahlbare Energieversorgung und geordnete Staatsfinanzen.

Die Bibel zeigt, dass verantwortliche Führung nicht darin besteht, nur das Angenehme oder populär Erscheinende zu tun. König Josia leitete tiefgreifende Erneuerungen ein, beseitigte den Götzendienst und setzte Gottes Gebote durch – obwohl dies gewachsene Interessen, Gewohnheiten und religiöse Strukturen infrage stellte (2. Könige 22–23). Mose musste die Verantwortung für das Volk Israel tragen und es bis zum Ziel ihres Weges führen, obwohl das Volk immer wieder murrte, manchmal auf schlechte Ideen gekommen war und das Ziel aus den Augen verlor. Gott machte Mose persönlich dafür verantwortlich, dass das Volk notwendige Maßnahmen nicht korrekt umsetzte (2. Mose 16,28). Die Bibel schreibt zwar kein bestimmtes politisches Reformprogramm vor. Die Bibel warnt aber, richtige und notwendige Entscheidungen gegenüber dem Willen der Mehrheit vorzuziehen: „Du sollst der Menge nicht folgen zum Bösen.“ (2. Mose 23,2). Und sie macht deutlich: Wer Verantwortung trägt, darf Fehlentwicklungen nicht nur verwalten. Er muss sie benennen, klare Entscheidungen treffen und bereit sein, dafür auch Widerstand auszuhalten. 

Doch selbst der entschlossenste Regierungschef bleibt ein fehlbarer und vergänglicher Mensch. Politische Führung ist wichtig für Wohlstand und Sicherheit eines Landes. An der großen, persönlichen Herausforderungen des Menschen ändert sie nichts: Sie kann den Menschen nicht von seiner Schuld befreien und ihm kein ewiges Leben geben. Deshalb warnt Gottes Wort: „Vertraut nicht auf Fürsten, auf einen Menschensohn, bei dem keine Rettung ist!“ (Psalm 146,3). Unsere letzte Hoffnung darf weder dem Kanzler noch einer bestimmten Regierungskonstellation gelten. Rettung finden wir allein bei Jesus Christus, der für Sünder am Kreuz starb und auferstanden ist. Er sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich“ (Johannes 14,6). Regierungen wechseln und politische Sicherheiten vergehen. Wer aber seine Schuld bekennt und Christus im Glauben vertraut, erhält eine Hoffnung, die keine Wahl und keine Regierungskrise erschüttern kann.