"Hab Ehrfurcht vor dem Herrn, mein Sohn,Skandalös, wer glaubt denn heute schon noch an Gott, und wer hat überhaupt noch vor irgendetwas "Ehrfurcht"? Und dann auch noch die Obrigkeit achten. Die Regierung, die offensichtlich so viele Fehler macht, die gottlosen Ideologien folgt und möglicherweise sogar korrupt ist.
und achte den König!
Mit Leuten aber, die anders darüber denken,
lass dich nicht ein!"
(Sprüche 24,21)
Aber Gott ist ist sehr deutlich in diesen Dingen, auch, wenn es skandalös klingt. Die Bibel spricht nicht nur in den Sprüchen von Demut gegenüber Politik und Verwaltung. Nicht nur im viel gescholtenen 13. Kapitel des Römerbriefs, in dem Paulus die Christen unzweideutig ermahnt, sich der Regierung unterzuordnen. Geradezu unangenehm ausführlich wird die Heillige Schrift im ersten Petrusbrief. Christen sollen sich nicht nur der Obrigkeit unterordnen, sondern grundsätzlich in jeder sozialen Ordnung die angemessene Position einnehmen. Wir sollen nicht nur den König achten, nein, auch den Polizist, den Arbeitgeber, das Familienoberhaupt, den geistlichen Führer in der Gemeinde und auch den Lehrer in der Schule.
Aber warum nur? Weil diese Ordnung so perfekt ist? Weil die Entscheidungen von Regierung und Beamten unfehlbar sind? Will Gott, dass die Menschen denken, dass wir dumm sind? Nein, sondern schlicht deshalb, weil wir den Fußstapfen des Herrn Jesus nachfolgen sollen. "Christus hat euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt." (2. Pertrus 2,21ff). Wir sollen etwas von seinem Wesen in der Welt zeigen. Der Herr Jesus hat die gesellschafliche Ordnung genau beachtet und sich den Anordnungen der Obrigkeit bis zuletzt gefügt, bis hin zu seinem eigenen Tod am Kreuz. Petrus schreibt von Jesus Christus: "Er wurde beschimpft, aber er gab es nicht zurück. Er litt, aber er drohte nicht mit Vergeltung. Vielmehr übergab er seine Sache dem gerechten Richter." (V. 23).
Wer die Regierung nicht achtet, kann Gott nicht ehren. Christen sollten nicht respektlos über Regierungen sprechen. Präsident, Kanzlerin, Minister und alle Menschen in Hoheitsaufgaben sind zunächst einmal Respektspersonen. Respektloses Verhalten ihnen gegenüber, auch im kleinen Kreis fromm dahergebracht, zeigt nicht etwa demütigen Glauben und Vertrauen auf Gottes Führung, sondern Eigenwillen, Überheblichkeit und Kleinglauben. Und ja: Mit Leuten, die anders darüber denken, lass Dich nicht ein! Dazu gehören Reichsbürger und Querdenker genauso wiel Linksautonome und Verschwörungstheoretiker. Mit ihnen sollten Christen nichts zu tun haben, keine Gemeinsamkeiten oder Gemeinschaft mit ihnen erkennen lassen.
Soll das nun heißen, dass Christen alle politischen Maßnahmen bedenkenlos hinnehmen müssen? Nein, überhaupt nicht. Lüge und Bosheit darf können wir nie gedankenlos hinnehmen. Auch Toleranz gegenüber dem Bösen verunehrt den Herrn. Aber Kritik an politischen Entscheidungen erfordert Respekt gegenüber den Menschen in Verantwortung und gegenüber der politischen Ordnung. Außerdem müssen wir wissen, über was wir reden. Viele politische Entscheidungen basieren auf wissenschaftlichem Fachwissen. Etwa in der Corona-Politik. Wer hier wissenschaftliche Fakten übergeht, wer sich äußert, ohne die Zusammenhänge wirklich zu verstehen, der folgt nicht den Spuren des Herrn Jesus, denn beim Herrn wurde nicht der Hauch von Unehrlichkeit gefunden (V. 22). Und vor allem müssen wir im Blick behalten, dass wir Christen zuallererst die Aufgabe haben, Menschen aus dieser Welt zu retten und nicht, um diese Welt zu retten. Hier gilt es, dem Herrn Jesus treu bleiben. Er ist nicht gekommen, um Politik zu machen, sondern um Erlösung zu bringen. Die Priorität sollten wir nicht aus dem Auge verlieren.
"Auf das Wort, das ich dir nun sage, kannst du dich verlassen.
Es ist wert, von allen angenommen zu werden:
Christus Jesus ist in diese Welt gekommen,
um die Sünder zu retten."
(1. Timotheus 5,15)
