Die Linke hat die Berliner Abgeordnetenhauswahl gewonnen und könnte künftig die Regierung anführen. Doch ihr Wahlsieg wird von einer ernsten Debatte über Antisemitismus in der Partei begleitet. So wurde bei einer Wahlkampfveranstaltung zur Gewalt gegen Israel und israelische Soldaten aufgerufen. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, wirft der Partei antisemitische Grenzüberschreitungen vor und warnt SPD und Grüne vor einer Koalition. Auch aus diesen Parteien kommen Forderungen nach klaren Konsequenzen. Die Berliner Spitzenkandidatin Elif Eralp bekennt sich zwar öffentlich zum Schutz jüdischen Lebens. Über die Vorwürfe wird aber weiterhin gestritten.
Die Bibel zeigt einen besonderen Grund, Judenhass entschieden entgegenzutreten. Gott erwählte Israel zu seinem auserwählten Volk (5. Mose 7,6–8). Paulus fragt ausdrücklich: „Hat Gott etwa sein Volk verstoßen?“ Seine Antwort lautet: „Das sei ferne!“ (Römer 11,1). Gottes Berufung ist „unbereubar“ (Römer 11,29). Gott hat seine Zusagen an Israel nicht aufgegeben. Gottes Wort verbietet zwar nicht die Kritik an politischen Entscheidungen. Es erlaubt aber weder Hass auf Juden noch Gleichgültigkeit, wenn ihnen Gewalt angedroht wird. Schon Gottes Zusage an Abraham enthält eine ernste Warnung davor, ihn zu verfluchen (1. Mose 12,3). Wie ernst Gott die Bedrängung seines Volkes nimmt, zeigt das Bild des Propheten Sacharja an Gottes auserwähltes Volk: „Wer euch antastet, tastet seinen Augapfel an“ (Sacharja 2,12).
Jesus Christus war selbst Jude. Durch ihn kommt Gottes Heil auch zu Menschen aus allen Völkern. Wer ihm folgt, kann daher jüdischen Menschen nicht mit Verachtung begegnen. Doch die Frage reicht weiter als die nach unserer Haltung zu anderen: Vor Gott braucht jeder Mensch Vergebung für seine eigene Schuld. Jesus hat sein Leben gegeben, damit wir umkehren und mit Gott Frieden finden können. Wer seine Gnade annimmt, wird auch gerufen, dem bedrohten Nächsten beizustehen – mit Wahrheit, Mut und Liebe.
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