Freitag, 11. September 2026

Ölpreis, Inflation, höhere Zinsen: Was trägt durch teure Zeiten?


Der Ölpreis ist infolge neuer Lieferängste auf mehr als 100 Dollar je Barrel gestiegen. Das verteuert Kraftstoffe, Transporte und zahlreiche Waren. Zugleich hat die Europäische Zentralbank den maßgeblichen Einlagenzins auf 2,5 Prozent erhöht, nachdem die Inflation im Euroraum auf 3,3 Prozent gestiegen war. Haushalte müssen mehr für den täglichen Bedarf und für Kredite ausgeben, Unternehmen leiden unter höheren Energie- und Finanzierungskosten. Was gestern noch sicher kalkuliert schien, kann plötzlich ins Wanken geraten.

Solche Zeiten verunsichern. Als Familienvater habe ich erfahren, wie schmerzhaft es sein kann, wenn Kosten unerwartet in die Höhe schießen. Vor Inflation schützt auch der Glaube nicht. Die Bibel verspricht Christen kein Leben ohne wirtschaftliche Sorgen. Und doch ist es dieses alte Buch, das mich immer wieder durch schwere Zeiten getragen hat. „Gott ist uns Zuflucht und Stärke, eine Hilfe, reichlich gefunden in Drangsalen“ (Psalm 46,2). Die Bibel spart das Problem steigender Preise übrigens nicht aus. Der Prophet Haggai schreibt von Zeiten hoher Inflation: „Und wer Lohn verdient, verdient Lohn für einen durchlöcherten Beutel.“ Wir gehen arbeiten, bekommen unser Gehalt - doch ehe wir uns versehen, ist das Konto leer. Trotz Glauben. Aber der Glaube hilft uns, dem Problem mit mehr Gelassenheit begegnen. Und der Glaube hilft uns, Ansprüche zu prüfen und mit dem Vorhandenen zufrieden zu sein: „Die Gottseligkeit aber mit Genügsamkeit ist ein großer Gewinn“ (1. Timotheus 6,6). Genügsamkeit bedeutet nicht Gleichgültigkeit gegenüber Armut. Aber sie kann uns die Angst davor nehmen, auf Dinge verzichten zu müssen. 

Klar ist aber auch: Selbst wirtschaftliche Sicherheit könnte die tiefste Not des Menschen nicht beseitigen. Unser eigentlicher Mangel entsteht nicht durch Inflation. Unser Mangel besteht darin, dass wir von Gott getrennt sind. Geld, günstige Energie und niedrige Zinsen können diesen Hunger der Seele nicht stillen. Jesus Christus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird niemals dürsten“ (Johannes 6,35). Wer zu ihm kommt und an ihn glaubt, empfängt mehr als zeitliche Sicherheit: Vergebung, Frieden mit Gott und ewiges Leben. Und das ganz ohne Preissteigerung.