Samstag, 19. September 2026

Trumps Grönland-Deal: Warum selbst eine Supermacht Partner braucht


Donald Trump spricht von einem „historischen“ Durchbruch. Die USA, Dänemark und Grönland haben sich grundsätzlich auf eine dauerhafte Ausweitung der amerikanischen Sicherheitsrechte auf der Insel verständigt. Grönland bleibt Teil des dänischen Königreichs und behält sein Recht auf Selbstbestimmung. Zugleich sollen die USA ihre militärische Präsenz ausbauen sowie verhindern können, dass Russland oder China dort militärisch Fuß fassen. Grönland liegt zwischen Nordamerika und Europa, auf der Flugroute russischer Raketen in Richtung USA und an den Zugängen zum Nordatlantik. Schon heute dient die amerikanische Pituffik Space Base der Raketenfrühwarnung. Mit dem Abschmelzen des arktischen Eises gewinnen außerdem neue Seewege und Rohstoffvorkommen an Bedeutung. Die Einigung kann als Stärkung des Einflusses der USA in der europäischen Einflusssphäre gedeutet werden. Klar ist aber auch: Die USA sind für die militärische Sicherung dieses Raumes besser gerüstet als die EU. Die USA besitzen die notwendigen Satelliten, Frühwarnsysteme, Flugzeuge, Schiffe und eine einheitliche Kommandostruktur. Europa und besonders Dänemark bleiben aber unverzichtbar, wenn es um politische Legitimität, zivile Infrastruktur und die Interessen der Grönländer geht. Für die westliche Wertegemeinschaft insgesamt, für die USA und die EU mit Dänemark und Grönland, besteht das übergeordnete Ziel an geopolitischer Stabilität und einer Sicherung des Einflussbereichs. Dieses Ziel  lässt sich nicht amerikanisch oder europäisch, sondern nur gemeinsam im Rahmen der NATO erreichen.

Die Bibel verurteilt Staaten nicht für das Streben nach geopolitischem Einfluss. Auch Christen profitieren von Sicherheit und Ordnung. Sie sollen sogar dafür beten, „ein ruhiges und stilles Leben führen“ zu können (Timotheus 2,1–2). Und die Bibel verlangt von staatlicher Gewalt nicht, machtlos zuzusehen. Sie nennt die Obrigkeit eine „Dienerin Gottes“, die das Böse begrenzen soll (Römer 13,4). Sicherheit und Frieden sind deshalb berechtigte politische Ziele. Doch kein Staat kann sie dauerhaft allein gewährleisten. Schon in der Bibel sehen wir, dass Regierungen Bündnisse schließen, um ihre Ziele zu erreichen. So schließt etwas Salomo mit Hiram von Tyrus eine Vereinbarung über Handel, Rohstoffe und Zusammenarbeit (1. Könige 5,15–26). Und schon der Prediger stellt fest: „Zwei sind besser daran als einer“ (Prediger 4,9). Zusammenarbeit ist kein Zeichen von Schwäche - sie kann Ausdruck nüchterner Verantwortung sein. 

Gerade mächtige Staaten müssen deshalb abwägen. Da ist das berechtigte Interesse nach Sicherheit. Und da ist der Anspruch, alles selbst besitzen und bestimmen zu wollen. Wer nur auf maximale Kontrolle besteht kann das eigentliche Ziel gefährden. Das gilt genauso für unser eigenes Leben. Wir möchten unsere Zukunft planen, Risiken beherrschen und möglichst unabhängig bleiben. Manchmal erreichen wir ein wichtiges Ziel aber nur, wenn wir Verantwortung teilen, wenn wir Kontrolle abgeben. So ist es auch mit dem Ziel, in Frieden mit Gott zu leben. Den können wir weder erzwingen noch durch eigene Leistung herstellen. Für diese Aufgabe ist nur Jesus Christus passend gerüstet, denn er hat am Kreuz die Sünde besiegt, die uns vom Frieden abhält. „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus“ (Römer 5,1). Wer sich Christus anvertraut, opfert sein Lebensziel nicht einem fremden Machthaber. Er übergibt sein Leben dem, mit dem alleine wir zu unserem Ziel kommen können.