Aktuell überlagern sich drei dramatische Entwicklungen im Konflikt zwischen Russland, der Ukraine und der NATO.
- Erstens hat Russland seine Angriffe auf die Ukraine verschärft. Kiew und andere Städte leiden unter verstärkten Drohnen- und Raketenangriffen. Vor dem Winter wächst damit die Sorge um Menschenleben, Stromversorgung und Heizung.
- Zweitens verstärkt Moskau seine Drohungen gegen die NATO. In einer diplomatischen Note kündigte Russland an, bei einer Isolierung seiner zwischen Polen und Litauen gelegenen Exklave Kaliningrad gegebenenfalls Atomwaffen einzusetzen. Auch Angriffe auf Entscheidungszentren in NATO-Staaten werden darin genannt.
- Drittens reagiert Bundeskanzler Friedrich Merz mit Warnungen und weiterer Unterstützung für die Ukraine. Bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises an die NATO am 1. Oktober in Münster warnte er vor einer Ausweitung des russischen Angriffskriegs. Auch europäische Großstädte könnten künftig von russischen Raketen getroffen werden. Am heutigen Sonntag, dem 4. Oktober, ist er nun überraschend nach Kiew gereist. Nach Angaben aus Regierungskreisen bringt er neue Militärhilfe im Wert von einer Milliarde Euro mit, darunter Unterstützung zur Abwehr russischer Drohnenangriffe. NATO-Generalsekretär Mark Rutte sieht zugleich keine unmittelbar bevorstehende Angriffsgefahr für das Bündnisgebiet.
Welche Maßstäbe gibt die Bibel für diese drei Entwicklungen? Erstens steht Gott dem Leid der Angegriffenen nicht gleichgültig gegenüber. Er verurteilt das Vergießen unschuldigen Blutes und fordert dazu auf, Bedrängten zu ihrem Recht zu verhelfen (Sprüche 6,16–17; Jesaja 1,17). Das Leid der Opfer darf nicht hinter politischen Interessen verschwinden - unabhängig davon, auf welcher Seite man steht. Opfern beizustehen ist eine Frage von Recht und Barmherzigkeit. Zweitens widersprechen Einschüchterung und maßlose Gewaltandrohungen dem Auftrag, Frieden zu suchen. Auch das gilt für alle Seiten. Die Bibel warnt vor Herrschern, die Unheil planen, und beschreibt Gerechtigkeit als Grundlage eines beständigen Gemeinwesens (Micha 2,1–2; Sprüche 16,12). Drittens gehört der Schutz vor einem Übergreifen der Gewalt zur Verantwortung staatlicher Ordnung: Nach Römer 13,4 soll die Obrigkeit dem Guten dienen und dem Bösen entgegentreten. Daraus lässt sich keine göttliche Billigung jeder Militäraktion ableiten. Wohl aber ein klarer Maßstab: Schutz der Bedrohten, Begrenzung des Unrechts, besonnene Verteidigung und ernsthafte Friedensbemühungen gehören zusammen.
Die Angst vor Krieg reicht tief. Zwei von drei Menschen in Deutschland fürchten, in den Krieg im Russland hineingezogen zu werden (Sicherheitsreport). Die Bibel warnt vor einem noch gefährlicheren Krieg. Einem Krieg zwischen geistlichen Mächten. Paulus schreibt, dass der eigentliche Kampf nicht gegen Fleisch und Blut geführt wird, sondern gegen geistliche Mächte der Bosheit (Epheser 6,12). Hinter der sichtbaren Welt steht eine geistliche Wirklichkeit. In diesem Kampf geht es nicht um Wohlstand, Gesundheit oder Kriegstote. Es geht um nicht weniger als unsere ewige Zukunft. Zu recht sind wir Menschen um diese besorgt. In einer INSA-Umfrage vom März 2026 wünschten sich 51 Prozent der Deutschen ein Leben nach dem Tod, unter den 18- bis 39-Jährigen sogar 61 Prozent. Die Bibel zeigt, wie wir zu dieser Sicherheit kommen. Jesus Christus hat sich für unsere Rettung eingesetzt und am Kreuz unsere Schuld getragen, damit wir durch den Glauben an ihn nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben (Johannes 3,16). Dieses Angebot gilt jedem Menschen. Außerdem verspricht die Bibel: Eines Tages wird Jesus herrschen - und zwar in Gerechtigkeit und Frieden. Die Menschen werden dann den Krieg nicht einmal mehr lernen (Jesaja 9,6–7; Micha 4,3). Doch wir müssen nicht bis dahin warten, um seinen Frieden kennenzulernen. Wer Jesus vertraut, hat schon heute Frieden mit Gott (Römer 5,1). Auch mitten in einer unruhigen Welt gilt seine Zusage: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“ (Johannes 14,27).
