Samstag, 29. August 2026

Krieg beginnt nicht beim ersten Schuss - und endet nicht mit dem letzten



Seit sechs Monaten herrscht Krieg mit dem Iran. Was als begrenzte Militäraktion begann, ist zu einem zermürbenden Konflikt geworden. Die USA und Israel griffen am 28. Februar 2026 iranische Ziele an. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Nachbarstaaten und einer weitgehenden Sperrung der Straße von Hormus. Friedensverhandlungen sind derzeit nicht in Sicht. Die Folgen reichen weit über die Region hinaus. Das spüren wir alle täglich, nicht nur an der Zapfsäule. Neue Sanktionen sollen den Iran nun wirtschaftlich isolieren – bergen aber zugleich die Gefahr einer weiteren Eskalation.

Man kann nun über militärische Strategien, Sanktionen und alternative Ölrouten sprechen. Doch die Bibel stellt noch eine andere, tiefer gehende Frage: Wo beginnt eigentlich Krieg? Die Antwort: Ganz tief in uns drin. In jedem von uns. Jakobus schreibt: „Woher kommen Kriege und woher Streitigkeiten unter euch? Nicht daher: aus euren Lüsten, die in euren Gliedern streiten?“ Die Bibel zeigt die Wurzel des Krieges, des Krieges im Allgemeinen, nicht dieses einen Krieges: Das menschliche Herz. Dort, tief drin im Menschen, führen Machtstreben, Stolz, Angst, Hass und die Begierde, über andere zu bestimmen, ein munteres Eigenleben. Was ganze ganze Regionen verwüstet, beginnt im Kleinen.

Die Bibel beschreibt das. Und sie kennt auch Gegenmittel. „Eine milde Antwort wendet den Grimm ab, aber ein kränkendes Wort erregt den Zorn.“ heißt es etwa in Sprüche 15,1. Frieden entsteht nicht allein durch Verträge. Er braucht Menschen, die den Kreislauf von Angriff und Vergeltung durchbrechen. Jesus sagt „Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen.“ (Matthäus 5,9). Friedensstifter schauen nicht gleichgültig weg. Sie halten sich auch nicht feige aus Konflikten heraus. Sie nennen Unrecht beim Namen, aber sie lassen sich nicht von Hass beherrschen. Und sie suchen Wege zum Frieden.

Aber auch dann, wenn Sanktionen, Verhandlungen und militärische Mittel schließlich zum Frieden führen: Auch der beste Friedensvertrag bleibt zerbrechlich. Und kein Frieden ist nachhaltig, so lange das menschliche Herz das Böse beherbergt. Die Bibel spricht deshalb auch (und vor allem) von einem noch grundlegenderen Frieden: dem Frieden des Menschen mit Gott. Dieser Friede ist fundamental gestört. Durch unsere Schuld, die wir begleichen müssten. Das ist ein Problem. Wirklich? Nein, denn Jesus Christus hat ja für unsere Schuld bereits bezahlt. „Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.“ (Jesaja 53,5). 

Am Kreuz beantwortete Jesus Feindschaft nicht mit Feindschaft. Er machte den Unterschied. Er trug das Gericht Gottes, damit schuldige Menschen Vergebung empfangen und Frieden erreichen können. „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.“ (Römer 5,1).  Dieser Friede beginnt nicht in Washington, Teheran oder Jerusalem. Er beginnt dort, wo ein Mensch seine Schuld vor Gott erkennt, umkehrt und Jesus Christus vertraut. 

Der Iran-Krieg erinnert uns daran, wie zerbrechlich menschliche Friedensordnungen sind. Er sollte uns zum Gebet für die Betroffenen und für verantwortungsvolle Entscheidungen der Regierenden bewegen. Aber er stellt auch jedem von uns eine persönliche Frage: Habe ich Frieden mit Gott?