Seit heute, dem 1. Oktober, gilt in Deutschland wieder ein Tankrabatt. Bis zum 31. Dezember 2026 sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um jeweils 14,04 Cent je Liter. Weil dadurch auch weniger Mehrwertsteuer anfällt, beträgt die rechnerische Entlastung rund 16,7 Cent: Bei einer Tankfüllung von 20 Litern sind das etwa 3,34 Euro, sofern die Steuersenkung vollständig weitergegeben wird. Bundestag und Bundesrat haben die Maßnahme am 25. September beschlossen. Bund und Länder beziffern die Entlastung für Bürger und Wirtschaft auf rund 2,5 Milliarden Euro. Die Bundesländer tragen davon die Hälfte. Hintergrund sind die hohen Kraftstoffpreise infolge des Iran-Krieges. Für Pendler, Familien und Betriebe, die auf Fahrzeuge angewiesen sind, zählt jeder Euro. Allerdings setzt die Steuersenkung beim Verlassen der Raffinerien und Tanklager an. Die tatsächlichen Tankstellenpreise hängen auch von Einkaufskosten und Wettbewerb ab. Entscheidend bleibt deshalb, wie viel beim Kunden ankommt. Und nach drei Monaten soll die Entlastung enden.
Schon die Bibel spricht davon, wie Regierungen in schweren Zeiten das Volk entlasten. Der persische König Ahasveros gewährte anlässlich seiner Hochzeit mit Esther den Provinzen einen Abgabenerlass (Esther 2,18). Besonders eindrücklich ist Nehemias Verhalten: Als Statthalter verzichtete er wohl zwölf Jahre lang darauf, seinen Unterhalt vom Volk einzufordern. Seine Vorgänger hatten Lebensmittel und zusätzlich Silber verlangt. Nehemia begründete seinen Verzicht damit, dass die Menschen bereits schwer belastet waren (Nehemia 5,14–18). Er setzte sich außerdem dafür ein, verschuldeten Familien ihren Besitz zurückzugeben und die Zinsforderungen zu erlassen (Nehemia 5,10–12). Hier zeigt sich ein Maßstab für politische Verantwortung: Die Not der Menschen darf nicht zum Anlass werden, ihnen noch mehr abzuverlangen. Wie gefährlich das Gegenteil ist, zeigt König Rehabeam. Das Volk bat ihn, das schwere Joch seines Vaters zu erleichtern; die erfahrenen Ratgeber empfahlen ihm, dem Volk zu dienen. Doch er kündigte eine noch härtere Belastung an – und das Reich zerbrach (1. Könige 12,4–16). Auch die Sprüche warnen vor Herrschern, die ihren Untertanen zu viel abverlangen. Sprüche 29,4 stellt einen König, der durch Recht dem Land Bestand gibt, einem Herrscher gegenüber, der es durch Abgaben herunterbringt. Noch schärfer verurteilt Sprüche 28,16 einen Fürsten, der ohne Verstand regiert und sich durch Erpressungen bereichert. Diese Stellen sprechen für Entlastung bei drückenden Abgaben. Die Bibel erkennt damit eine Gefahr, die bis heute besteht: Politische Macht kann Menschen schützen, sie aber auch wirtschaftlich bedrücken. Verantwortliche Regierung fragt deshalb, welche Lasten sie den Menschen ersparen kann.
Finanzielle Entlastung lässt uns aufatmen. Doch manche Last lässt sich mit keinem Tankrabatt und keiner Steuersenkung beseitigen: Schuld, ein belastetes Gewissen und die Angst vor dem Tod. Die Bibel kennt auch diese Not und weiß, dass wir Menschen Entlastung brauchen. Schon bei der Befreiung Israels aus Ägypten erklärte er, dass er das Elend seines Volkes gesehen und sein Schreien gehört hatte (2. Mose 3,7–8). In Jesus Christus ist er uns noch näher gekommen. Jesus lädt ein: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben“ (Matthäus 11,28). Diese Entlastung heißt Gnade. Gott verlangt nicht, dass wir unsere Schuld durch gute Leistungen selbst bezahlen. Christus hat am Kreuz unsere Sünden getragen (1. Petrus 2,24). Unsere Vergebung ist für uns unverdient und kostenlos – aber sie hat ihn sein Leben gekostet. Deshalb kann Paulus schreiben, dass Menschen durch Gottes Gnade umsonst gerechtfertigt werden, durch die Erlösung in Christus Jesus (Römer 3,24). Wer ihm seine Schuld bekennt und auf ihn vertraut, erhält Vergebung und Frieden mit Gott. Die Rechnungen des Alltags verschwinden dadurch nicht. Aber die Last, sich Gottes Annahme verdienen zu müssen, fällt weg. Und während der Tankrabatt zum Jahresende ausläuft, reicht die Hoffnung, die Christus schenkt, über den Tod hinaus,
