Freitag, 27. April 2018

Arbeiten und Vorstehen - Verantwortung im Volk Gottes

Mohncke/Winterhoff:
»Arbeiten und vorstehen«
Alle Christen tragen Verantwortung für die Versammlung (Gemeinde, Kirche). Doch bestimmten Menschen hat Gott besondere Verantwortung für seine Herde übertragen. Die Bibel spricht von Aufsehern, Ältesten und Führern, die der Herde Gottes vorstehen sollen. In ihrem kleinen Buch »Arbeiten und vorstehen: Die Herde Gottes hüten« (2017, Christliche Schriftenverbreitung, 88 Seiten) zeigen Hartmut Mohncke und Marcel Winterhof, welche Hinweise und Ratschläge Gottes Wort für solche Geschwister bereithält.




Die Autoren zeigen zunächst, dass alle Gläubigen Verantwortung in Gottes Volk tragen (Römer 12,5, Epheser 4,25), dass allerdings die Männer besonders in Verantwortung stehen. Die Apostel hatten solche Männer, die Führer unter den Brüdern waren (Apostelgeschichte 15,22), insbesondere in den Versammlungen der Heidenvölker, selbst oder durch Mittler ausgewählt (Apostelgeschichte 14,23, Titus 1,5). Die apostolischen Schriften bieten aber auch zahlreiche Hinweise darauf, dass offenbar in bestimmten Versammlungen (Rom, Korinth, Ephesus) Ältestendienste getan wurden, ohne dass Älteste durch die Apostel »ernannt« wurden. Nach dem Heimgang der Apostel ging die apostoliche Autorität für »Ordinationen« gänzlich verloren. Die heute in Teilen der Christenheit verbreitete Praxis der Ordination oder der Wahl von Verantworungsträgern führen die Autoren darauf zurück, dass diese Form der Organisation in menschlicher Hinsicht die »einfachere Variante« gegenüber einer Leitung ohne formelle Ordination sei. Nicht Brüdern, die nach Ämtern oder Positionen streben, sondern solchen, das »schöne Werk« der Aufrechterhaltung der geistlichen Ordnung in der Versammlung ausfühen zu wollen, sei der Aufseherdienst vorbehalten (1. Timotheus 3,1). Ferner bestehe die Aufgabe auch darin, die Herde Gottes zu hüten sowie für ihre geistliche Nahrung und für ihr Wohlergehen zu sorgen (1. Petruf 5,1ff, Titus 1,7+9). Anhand der Bibel zeigen die Autoren aber auch Grenzen des Aufseherdienstes auf, etwa die Anmaßung von Autorität (Römer 12,8). Ferner werden Anforderungen aufgezeigt, die die Bibel an Aufseher stellt, etwa Untadligkeit, gesunde Ehen, Nüchternheit, Bescheidenheit, Gastfreiheit, Lehrfähigkeit und Milde. Aufseher dürfen ferner nicht geldliebend sein, müssen ihren Familien gut vorstehen, sollten erfahren im Glauben sein, in der Welt ein gutes Ansehen haben und sich mit Fleiß für den Herrn Jesus einsetzen (z.B. 1. Timotheus 3, 2ff). Die Autoren legen ferner großen Wert darauf, den gemeinschaftlichen Charakter der Aufsicht über Gottes Volk herauszustellen. Die Verantwortung sollte in einer Zusammenkunft nicht auf den Schultern einer Person liegen. Die Brüder in Verantwortung sollten sich regelmäßig, offen, vertrauensvoll und auf Augenhöhe miteinander abstimmen. Bei solchen Besprechungen komme es insbesondere auf den brüderlichen Umgang in  Frieden (1. Korinther 14,33) an. Die Leitung durch Gebet und Gottes Wort sei dabei von größter Wichtigkeit. Abschleißend ermutigen die Autoren den Leser durch den Hinweis, dass der Herr Jesus den Aufseherdienst wertschätzt und treue Aufseher in der Ewigkeit mit einer »Krone der Herrlichkeit« belohnen wird (1. Petrus 5,4) - welch ein Trost für die, deren Aufseherdienste auf der Erde mit wenig Anerkennung oder sogar Mißgunst beantwortet wird.

Mohncke und Winterhoff haben mit »Arbeiten und vorstehen: Die Herde Gottes hüten« ein ermutigendes und praktische Büchlein für solche vorgelegt, die Verantwortung für die Herde Gottes tragen oder mehr Verantwortung übernehmen wollen. Sie zeigen übersichtlich auf, worauf es aus Gottes Sicht ankommt und welche Fehler zu vermeiden sind. Viel Wert legen sie darauf, Grenzen der Aufsicht aufzuzeigen und einer menschlichen Herrschaft über das Volk Gottes vorzubeugen. Das Buch sollte von allen Brüdern, die Verantwortung in Gemeinden tragen, gelesen werden. Insbesondere von solchen, die praktische Dienste übernehmen, am Wort Gottes dienen oder an Brüderstunden, Brüderbesprechungen oder in Gemeinderäten teilnehmen.