Montag, 28. September 2026

BioNTech, Bosch und 420.000 Arbeitsplätze: Ist der Wohlstand in Gefahr?


Für die Beschäftigten in Marburg, Idar-Oberstein und Tübingen ist heute eine Hoffnung geschwunden: BioNTech hat für seine drei zur Schließung vorgesehenen deutschen Standorte keine Käufer gefunden. Rund 1.800 Beschäftigte sind betroffen. Das Unternehmen verweist auf die gesunkene Nachfrage nach Corona-Impfstoffen, Überkapazitäten und seine stärkere Ausrichtung auf Krebsmedikamente. Am selben Tag kündigte Bosch an, in seinem Nürnberger Werk bis 2029 rund 900 von derzeit 1.800 Stellen abzubauen. Dort werden unter anderem Teile für Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellen hergestellt. Bosch nennt veränderte Nachfrage sowie Wettbewerbs- und Preisdruck als Gründe. Die beiden Entscheidungen haben unterschiedliche Ursachen. Zusammen zeigen sie aber, wie ernst die Standortfrage geworden ist: Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft gingen im Verarbeitenden Gewerbe von 2019 bis 2025 bundesweit rund 420.000 Arbeitsplätze verloren. Hinter dieser Zahl stehen Menschen, Familien und Regionen, die eine neue Perspektive brauchen.

Die Bibel liefert kein fertiges wirtschaftspolitisches Programm. Sie nennt aber Maßstäbe für eine gute wirtschaftliche Ordnung, die Wohlstand schafft. „Ein König gibt dem Land durch Recht Bestand“ (Sprüche 29,4): Eine Regierung soll verlässliche Regeln setzen, Eigentum schützen und dafür sorgen, dass für alle dieselben Regeln gelten. „Die Pläne des Fleißigen führen gewiss zum Gewinn“ (Sprüche 21,5). Politisch angewandt heißt das: Leistung und gute Ideen brauchen eine faire Chance. Wettbewerb soll gefördert werden, statt einzelne Unternehmen zu bevorzugen. Sprüche 24,27 rät, die Arbeit vorzubereiten, bevor man ein Haus baut. Wer in eine Fabrik, neue Technik oder Ausbildung investiert, muss langfristig planen können. Politik sollte solche Investitionen ermöglichen und fördern, statt sie durch wechselnde Vorgaben und unnötige Hindernisse zu erschweren. Und wenn Sprüche 14,31 davor warnt, Arme zu verachten, erinnert das auch an das Ziel dieser Ordnung: Menschen sollen ihren Lebensunterhalt verdienen und ihre Familien versorgen können. Armut zu bekämpfen heißt deshalb zuerst, Arbeit, Investitionen und Wohlstand zu ermöglichen – nur dann kann auch Menschen geholfen werden, die in Not geraten.

Doch auch die beste Wirtschaftspolitik kann nicht verhindern, dass ein Betrieb schließt, eine Fähigkeit nicht mehr gefragt ist oder ein Mensch seine Sicherheit verliert. Jesus fragt: „Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne und seine Seele einbüßte?“ (Markus 8,36). Arbeit ist wertvoll und verdient unseren Einsatz. Doch auch der größte wirtschaftliche Erfolg kannnicht der letzte Halt unseres Lebens sein. Diesen Halt bietet Jesus Christus. Er sieht den Menschen hinter der Stellenzahl, kennt seine Schuld und seine Angst und ruft ihn zu sich. Wer ihm vertraut, erhält keine Zusage auf einen unkündbaren Arbeitsplatz, wohl aber die Vergebung seiner Sünden und ein Leben, das über den Tod hinaus Bestand hat.