Die neue Grundsicherung bringt bislang offenbar nicht die erhofften Einsparungen. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung lagen die monatlichen Ausgaben einschließlich der Unterkunftskosten von Juli bis September bei rund 3,3 bis 3,5 Milliarden Euro und damit ungefähr auf Vorjahresniveau. Für ein abschließendes Urteil über die seit Juli geltende Reform ist es allerdings zu früh. Die Diskussion reicht ohnehin über die Haushaltskosten hinaus: Wie groß muss der Abstand zwischen Arbeitseinkommen und Sozialleistungen sein, damit sich Arbeit ausreichend lohnt? Auch der hohe Ausländeranteil beschäftigt die Debatte: Im Januar 2026 hatten rund 2,4 der insgesamt 5,2 Millionen Bürgergeldbezieher keinen deutschen Pass – etwa 46 Prozent. Zu den Beziehern gehören auch Kinder, Erwerbstätige mit ergänzenden Leistungen sowie Menschen, die Angehörige betreuen oder krank sind.
Die Bibel fordert nachdrücklich dazu auf, Bedürftigen zu helfen. Johannes fragt, wie Gottes Liebe in einem Menschen bleiben kann, der seinen Bruder Not leiden sieht und sein Herz vor ihm verschließt (1. Johannes 3,17–18). Jakobus erklärt einen Glauben für tot, der einem schlecht gekleideten und hungrigen Glaubensbruder nur gute Wünsche mitgibt, aber keine praktische Hilfe leistet (Jakobus 2,15–17). Jesus selbst identifiziert sich mit den Bedürftigen, die er als seine geringsten Brüder bezeichnet: Was ihnen getan wurde, wurde ihm getan (Matthäus 25,35–40). Viele dieser Mahnungen betreffen ausdrücklich die Solidarität innerhalb der christlichen Gemeinde. Paulus weitet den Blick zugleich: Christen sollen allen Menschen Gutes tun, besonders aber den Glaubensgeschwistern (Galater 6,10). Diese neutestamentlichen Hilfsgebote nehmen Menschen und Gemeinden persönlich in die Pflicht. Die Bibel skizziert jedoch keine Sozialpolitik, sie erteilt an keiner Stelle einen Auftrag zur Umverteilung an den Staat. Dadurch ist das Bürgergeld zwar nicht unchristlich - jedoch: Niemand kann seine eigene Verantwortung für den Nächsten durch den Verweis auf das Sozialamt erledigen. Biblische Barmherzigkeit erfordert Eigenverantwortung. Gleichzeitig nimmt die Bibel auch die Gebenden in Schutz. Paulus schreibt: „Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen“ (2. Thessalonicher 3,10). Gemeint ist der fehlende Wille zur Arbeit, nicht die fehlende Fähigkeit. Wer arbeiten kann, soll seinen Lebensunterhalt verdienen und dadurch auch anderen helfen können (Epheser 4,28).
Auch im wohlhabenden Deutschland gibt es materielle Armut und viele Menschen, die dringend praktische Unterstützung brauchen. Doch aus biblischer Sicht liegt unsere tiefste Bedürftigkeit auf geistlichem Gebiet - und die ist in Deutschland verbreiteter als in manchem Entwicklungsland. Ein gefüllter Kühlschrank versöhnt niemanden mit Gott. Auch ein gutes Einkommen beantwortet nicht die Frage nach Schuld, Tod und ewigem Leben. Jesus warnt vor der Selbsttäuschung eines Menschen, der sich reich und unabhängig fühlt, vor Gott aber arm, blind und bloß ist (Offenbarung 3,17). Diese Armut betrifft Wohlhabende ebenso wie Sozialleistungsbezieher: Wir alle sind Sünder und auf Gottes Gnade angewiesen (Römer 3,23–24). Deshalb muss in unserem Land das Niveau der geistlichen „Grundsicherung“ erheblich angehoben werden: Menschen müssen das Evangelium hören und annehmen. Jesus Christus starb für unsere Schuld und ist auferstanden. Wer zu ihm umkehrt und ihm vertraut, empfängt Vergebung und ewiges Leben. Jesus nennt sich das Brot des Lebens, das den tiefsten Hunger stillt (Johannes 6,35). Diese Botschaft weiterzugeben ist ein Auftrag an jeden Christen.
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