Union und SPD haben sich auf die Einführung einer Zuckersteuer verständigt. Der Gesetzentwurf soll am heutigen Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden. Ab dem 1. Juli 2027 sollen Getränke mit mindestens fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter mit 26 Cent pro Liter besteuert werden, ab acht Gramm mit 32 Cent. Kleine Hersteller sollen weitgehend ausgenommen bleiben. Die Steuer soll Einnahmen bringen und Hersteller zu weniger Zucker in ihren Rezepturen bewegen. Zur Begründung angeführt wird der Ernst des gesundheitlichen Problems. Zucker begünstigt Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Karies. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, freie Zucker auf weniger als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen – bei 2.000 Kilokalorien sind das 50 Gramm. Eine einzige Dose eines zuckergesüßten Erfrischungsgetränks kann bereits 40 Gramm enthalten. Deutschland hatte schon eine Zuckersteuer: 1841 wurde sie in Preußen eingeführt, zum 1. Januar 1993 im Zuge des europäischen Binnenmarktes abgeschafft. Die nun geplante Gesundheitslenkung bleibt politisch umstritten: Noch am 21. Februar 2026 lehnte der CDU-Bundesparteitag in Stuttgart einen Antrag zur Einführung einer Zuckersteuer ab und setzte statt dessen auf mehr Aufklärung.
Die Bibel behandelt Gesundheit als ein wertvolles Gut. Johannes wünscht seinem Glaubensbruder ausdrücklich Wohlergehen und Gesundheit (3. Johannes 2). Paulus empfiehlt Timotheus wegen seiner häufigen Beschwerden eine konkrete Maßnahme zur Linderung (1. Timotheus 5,23). Besonders passend zur Zuckerfrage mahnt das Buch der Sprüche, Honig nur in verträglicher Menge zu essen, damit übermäßiger Genuss nicht krank macht (Sprüche 25,16). Paulus erinnert seine Glaubensgeschwister daran, dass ihr Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist und sie Gott auch mit ihrem Körper ehren sollen (1. Korinther 6,19–20). Die Bibel spricht jeweils den Menschen direkt und persönlich an: Er soll Maß halten und verantwortlich handeln. Eine staatliche Steuer zur Lenkung des Ernährungsverhaltens wird in der Bibel weder angeordnet noch als gesundheitspolitisches Instrument beschrieben. Zwar behandelt die Bibel das Thema Steuern an vielen Stellen. Jesus fordert, dem Kaiser zu geben, was ihm zusteht (Matthäus 22,21); Paulus verlangt die Zahlung von Steuern und Zoll und begründet dies mit dem Dienst der Obrigkeit (Römer 13,6–7). Zugleich warnt Samuel vor einem König, der seinen Untertanen immer mehr nimmt (1. Samuel 8,10–18). Steuern sind damit grundsätzlich legitim, staatliche Ansprüche aber keineswegs grenzenlos. Aus diesen Aussagen lässt sich eine politische Präferenz für Aufklärung und Eigenverantwortung begründen – ein biblischer Auftrag zur staatlichen Lenkung des Konsumverhaltnes ergibt sich daraus nicht.
Der Mensch trägt Verantwortung für den Umgang mit seinem Körper. Der Staat kann es als Aufgabe begreifen, ihn dabei durch Aufklärung, Gesundheitsversorgung und verlässliche Informationen zu unterstützen. Doch keine Steuer ersetzt die persönliche Entscheidung, Gewohnheiten zu ändern. Noch grundlegender ist die Frage, wie es um unsere Seele und unser Verhältnis zu Gott steht. Damit ist mehr gemeint als psychisches Wohlbefinden: Es geht um Schuld, Vergebung und ewiges Leben. Während die Politik über die Zusammensetzung unserer Getränke diskutiert, findet diese Frage kaum mehr das Interesse von Parteien und Regierungen. Ohnehin kann uns kein staatliches Programm mit Gott versöhnen. Jesus fragt, was es einem Menschen nützt, die ganze Welt zu gewinnen und dabei seine Seele einzubüßen (Markus 8,36). Paulus schreibt sogar, dass körperliche Übung (Sport) einen begrenzten Nutzen habe, ein Leben mit Gott aber Verheißung für das gegenwärtige und das zukünftige Leben besitzt (1. Timotheus 4,8). Deshalb dürfen wir die Sorge um unseren Körper nicht von der Sorge um unsere Seele trennen. Wir sind gerufen, selbst zu Jesus zu kommen, unsere Schuld zu bekennen und ihm zu vertrauen. Er lädt die Müden und Belasteten zu sich ein und verspricht Ruhe für ihre Seelen (Matthäus 11,28–29). Diese Ruhe lässt sich weder besteuern noch verordnen. Christus schenkt sie denen, die zu ihm kommen.
