Mit einem Investitionsgipfel im Kraftwerk Berlin und im ehemaligen Staatsratsgebäude wirbt die Bundesregierung am 19. und 20. Oktober um Kapital aus dem In- und Ausland. Bundeskanzler Friedrich Merz, Finanzminister Lars Klingbeil und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche wollen Unternehmer und internationale Geldgeber. Im Mittelpunkt stehen Investitionen in Künstliche Intelligenz, Energie, Verteidigung, Halbleiter und Infrastruktur. Auch eine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Chipkonzern Nvidia soll vorgestellt werden. Deutschland kann mit seiner industriellen Basis, qualifizierten Fachkräften und seiner Lage im europäischen Binnenmarkt punkten. Dem stehen hohe Kosten, Bürokratie und langwierige Genehmigungsverfahren gegenüber. Ob aus politischen Ankündigungen tatsächlich Fabriken, Rechenzentren und Arbeitsplätze entstehen, hängt deshalb wesentlich davon ab, ob Investoren auf verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen vertrauen.
Die Bibel ist kein wirtschaftspolitisches Standortprogramm, aber sie beschreibt Voraussetzungen, unter denen Menschen arbeiten, vorsorgen und etwas aufbauen können. „Ein König gibt dem Land durch Recht Bestand“, heißt es in Sprüche 29,4. Eine Regierung schafft Vertrauen, wenn sie Recht verlässlich durchsetzt und sich selbst daran bindet. Wie zerstörerisch das Gegenteil wirkt, zeigt König Ahabs Zugriff auf Naboths Weinberg: Der Herrscher missachtet dessen rechtmäßiges Eigentum und lässt den Eigentümer durch ein manipuliertes Verfahren beseitigen. Gott verurteilt dieses Unrecht ausdrücklich (1. Könige 21). Ein zentraler Standortfaktor ist übrigens auch das gelebte Wertegerüst eines Landes. Ein Beispiel: Die Wertschätzung der Institution des Privateigentums schafft Vertrauen für Investoren (2. Mose 20,15). Das Gebot ehrlicher Gewichte fördert den fairen Handel (3. Mose 19,35–36). Die Aufforderung zu einem friedlichen Leben die gesellschaftliche Zusammenarbeit (Römer 12,18). Auch Fleiß und sorgfältige Planung werden in der Bibel ausdrücklich gewürdigt (Sprüche 21,5). Wo Menschen solche Maßstäbe beherzigen, müssen Geschäftspartner weniger Betrug fürchten und können langfristiger planen. Unter dem Strich ist das Christentum einer der wertvollsten Standortfaktoren westlicher Länder. Das lässt sich auch wissenschaftlich zeigen. Schon der berühmte Soziologe Max Weber untersuchte den positiven Beitrag christlicher Überzeugungen zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Douglass North betonte die wirtschaftliche Bedeutung von Werten und Normen. Er arbeitete sogar Unterschiede zwischen den christlichen Konfessionen für die wirtschaftliche Entwicklung heraus.
Doch ein christliches Wertegerüst lebt davon, dass Menschen sich von Gottes Wort ansprechen und verändern lassen. Es genügt nicht, Ehrlichkeit von Politikern, Vertragstreue von Geschäftspartnern und Friedlichkeit von der Bevölkerung zu verlangen. Auch wir selbst brechen Zusagen, suchen unseren Vorteil auf Kosten anderer und verweigern Gott das Vertrauen. Die entscheidende Frage reicht deshalb über den Wirtschaftsstandort hinaus: Worauf bauen wir unser eigenes Leben? Jesus vergleicht den Menschen, der seine Worte hört und danach handelt, mit einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baut. Als Sturm und Wasser kommen, bleibt es bestehen (Matthäus 7,24–27). Dieses Fundament können wir uns durch Fleiß oder moralische Leistungen nicht verdienen. Jesus Christus hat am Kreuz für unsere Schuld bezahlt und durch seine Auferstehung den Tod überwunden. Wer zu ihm umkehrt und ihm vertraut, empfängt Vergebung und neues Leben. Daraus kann auch jene Verlässlichkeit wachsen, die Familien, Unternehmen und ein ganzes Land brauchen. Der wichtigste Schritt in eine tragfähige Zukunft beginnt damit, unser Leben Jesus Christus anzuvertrauen.
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