Samstag, 24. Oktober 2026

Luise und Manja: Sicherheit in den Stürmen des Lebens


Das Sturmtief „Luise“ hat in Teilen Deutschlands gefährliche Spuren hinterlassen. Auf dem Brocken wurden Böen mit 134 Kilometern pro Stunde gemessen. Und die Gefahr ist noch nicht vorüber: Für Sonntag kündigt sich mit „Manja“ das nächste Sturmtief an. Herbststürme werden durch große Temperaturunterschiede zwischen kalten und warmen Luftmassen begünstigt. Doch was Wetterkarten nüchtern abbilden, kann für Menschen binnen Sekunden zur Lebensgefahr werden. Wenige heftige Böen genügen, um uns die Grenzen unserer Kontrolle vor Augen zu führen. Ich erinnere mich gut an den Orkan „Lothar“, der am 26. Dezember 1999 in meiner Heimat wütete. Landesweit fielen etwa 30 Millionen Festmeter Schadholz an – ungefähr das Dreifache eines damaligen Jahreseinschlags. Viele meiner Bekannten waren von den Schäden betroffen. Und mit Schrecken erinnere ich mich an den Sturm „Xavier“, der am 5. Oktober 2017 eine damaligen Arbeitskollegin in Berlin schweren Schaden zufügte. Durch diesen Sturm wurde die Chefredakteurin der Zeitschrift Internationale Politik viel zu früh aus dem Leben gerissen. 

Wie erschütternd ein Sturm in ein Menschenleben eingreifen kann, erzählt auch das Buch Hiob. Seine Söhne und Töchter saßen in einem Haus zusammen. Sie essen und trinken – bis ein gewaltiger Wind aus der Wüste kommt und die vier Ecken des Hauses trifft. Das Gebäude stürzt ein. Alle zehn Kinder sterben. Nur ein Knecht entkommt und bringt dem Vater die Nachricht (Hiob 1,18–19). Gerade noch war da das vertraute Familienleben. Nun bleiben Trümmer und eine entsetzliche Leere. Hiob zerreißt sein Gewand, schert sein Haupt und fällt zu Boden. Er beschönigt seinen Schmerz nicht. Dennoch hält er an Gott fest: „Der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gepriesen!“ (Hiob 1,21). Dabei stellt die Bibel Hiob ausdrücklich als rechtschaffenen, gottesfürchtigen Menschen vor. Sein Unglück war keine Strafe für ein Vergehen vor Gott. Die Gewalt der Natur kann jeden von uns treffen.

Gleichzeitig ist kein Strum ist stärker als Gott. Das zeigte Jesus Christus, als seine Jünger auf dem See Genezareth in Lebensgefahr geraten. Wellen schlagen ins Boot, das Wasser steigt, selbst erfahrene Fischer bekommen Todesangst. Jesus aber steht auf und spricht: „Schweig, verstumme!“ Der Wind legt sich, und es wird ganz still (Markus 4,35–41). Sein Wort offenbart: Er ist der Herr über Wind und Wellen. Auch die Stürme unseres Lebens sind ihm nicht zu mächtig. Eine schwere Diagnose, zerbrochene Beziehungen, Existenzangst, ein bedrohlicher Sturm oder quälende Schuld. Gott kann bedrängende Umstände verändern und einem aufgewühlten Herzen Frieden schenken. Wir dürfen mit allem zu ihm kommen, was uns Angst macht. Der Herr, der damals den Sturm stillte, hört auch heute unseren Ruf.

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