»Gehorcht euren Führern
und seid fügsam«
(Hebräer 13,17)
Ordnung, Autorität, Fügsamkeit - das entspricht nun gar nicht unserer menschlichen Natur. Und vielleicht war Führung niemals so out wie heute. Noch unpopulärer ist freilich das Geführt-werden. Nicht überraschend in einer Zeit, in dem Selbstverwirklichung nicht mal mehr vor der Wahl des eigenen Geschlechts Halt macht. Leider schleicht sich der - satanische - Geist der Rebellion, der Besserwisserei und der mangelnden Wertschätzung von Ordnung und Führung zunehmend auch in die Gemeinde Gottes ein. Über Gottesfurcht lässt sich gerade noch reden - aber Fügsamkeit gegenüber Hirten im Volk Gottes?
Ich begreife Fügsamkeit gegenüber echten geistlichen Führern nicht als Mangel oder als Schande, sondern zunächst mal als Kompetenz. Ganz naiv. Weil die Bibel es mir so zeigt. Fügsamkeit ist eine Kernkompetenz von uns Christen, ein Alleinstellungsmerkmal in einer Welt, die immer chaotischer wird.
Wenn Christen die Fügsamkeit verlernen, ist das schade, denn sie geben eine nützliche Kompetenz auf. Nützlich nicht nur für die Herde, also für die Gemeinde, sondern auch nützlich für den, der sich dem Hirtendienst unterwirft. Außderdem ist das Aufgeben der Fügsamkeit traurig in evangelistischer Hinsicht. Denn unsere Fügsamkeit zeigt den Menschen eine Eigenschaft, nein, sie zeigt eine ganz wesentliche Eigenschaft des Herrn Jesus. Er selbst war es nämlich, der uns die Fähigkeit der Fügsamkeit wie kein anderer vorgelebt hat:
»Denn hierzu seid ihr berufen worden;
denn auch Christus hat für euch gelitten,
euch ein Beispiel hinterlassend,
damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt;
der keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden,
der, gescholten nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte«
(1. Petrus 2, 21f).
Und wer hätte mehr Recht als der Herr Jesus gehabt, sich nicht zu fügen? Ich bin überzeugt, wir können das Licht des Knechtes Gottes sehr hell in der Welt strahlen lassen, indem wir auch mal etwas tun, was in der Welt außergewöhnlich geworden ist: Geistlichen Führern vertrauen! Nicht ständig Autoritäten anzweifeln, schlecht reden, auf Fehlern rumreiten. Sie sind keine Dienstleister, bei denen wir uns nur gefällige Predigten und Vorträge abholen. Nein, »sie wachen über eure Seelen (als solche, die Rechenschaft geben werden), damit sie dies mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn dies wäre euch nicht nützlich.« (Hebräer 13,17). Lasst uns dankbar sein für jeden geistlichen Führer im Volk Gottes, der mit Licht, Einsicht und Mühe Autorität in Gottes Volk ausübt.
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