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Die Welt hinter den Schlagzeilen
Sonntag, 6. September 2026
Berliner Datenleck: Nichts bleibt verborgen
Hacker haben Berichten zufolge große Datenmengen aus dem Berliner Landesnetz erbeutet und veröffentlicht. Personalakten, Telefonnummern und vertrauliche Dokumente sollen nun im Internet oder Darknet zugänglich sein. Für die Betroffenen bedeutet das weit mehr als eine technische Panne: Was ihnen anvertraut war, wurde ihnen entrissen und öffentlich gemacht. Der Angriff macht die Risiken der digitalen Welt deutlich. Und als Einwohner Berlins frage ich mich: Wurden auch Informationen über mich veröffentlicht? Wie sicher sind meine Daten und wie vertrauenswürdig ist der Staat?
Die Bibel behandelt fremdes Eigentum und anvertraute Geheimnisse mit großem Ernst. „Du sollst nicht stehlen“ (2. Mose 20,15) gilt nicht nur für sichtbare Gegenstände. Auch Informationen dürfen nicht widerrechtlich genommen und zum Schaden anderer verwendet werden. Zugleich heißt es: „Wer aber treuen Geistes ist, deckt die Sache zu“ (Sprüche 11,13). Und in Sprüche 25,9 heißt es: „das Geheimnis eines anderen offenbare nicht.“ Deshalb müssen IT-Systeme noch sicherer werden, Sicherheitslücken sind aufzuklären. Betroffene müssen geschützt und Täter verfolgt werden.
Ein Datenleck bringt ans Licht, was verborgen bleiben sollte. Vor Gott dagegen ist ohnehin nichts verborgen – weder unsere Taten noch unsere Gedanken und Beweggründe. Dieser Gedanke traf mich vor vielen Jahren wie ein Blitz, als ich zusammen mit einem Bekannten seine alte Stasi-Akte durchging. Ein ganzes Leben in einem dicken Ordner. Sauber geordnet, alle Aspekte eines Lebens. Finanzen, Familie, berufliche Tätigkeit, kirchliches Engagement, Nachbarschaft, Essgewohnheiten. Wichtiges und Banales, Schmeichelndes und Peinliches - alles ist transparent und gut aufgezeichnet. Jesus sagt: „Es ist aber nichts verdeckt, was nicht aufgedeckt, und verborgen, was nicht offenbar werden wird“ (Lukas 12,2). Spätestens vor unserem Gericht wird unser ganzes Leben offenliegen. Das Gute daran ist, dass dann endlich jemand unsere guten Taten sieht, von denen niemals jemand wusste. Das ist aber auch eine ernste Botschaft, denn niemand kann dann seine Schuld verbergen. Wer für seine Schuld selbst bezahlen muss, der wird dann wissen, wie hoch die Rechnung ist. Wer seine Schuld aber heute schon bekennt und an Christus glaubt, der empfängt Vergebung und wird sich nie davor fürchten, dass die Dateien seines Lebens geöffnet werden.
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Volkswirt in Berlin. Vater von sieben Kindern. Tätig bei einem Wirtschaftsverband. Hier meine private Meinung.
