Donnerstag, 22. Oktober 2026

Frankreichs brennende Straßen: Wer schafft Ordnung und Frieden?


Rund 2.000 betroffene Geschäfte, etwa 600 verletzte Polizisten und Feuerwehrleute, rund 2.400 Festnahmen an nur einem Wochenende: Die Bilanz der Ausschreitungen in Frankreich zeigt eine erschreckende Gewalt. Hinter den Verletzten und den Millionenschäden stehen Menschen und wirtschaftliche Existenzen. Gezielte Angriffe auf Polizei und öffentliche Einrichtungen zeigen bei einem Teil der Täter offene Feindschaft gegen die bestehende Ordnung. Zugleich demonstrierten Hunderttausende friedlich gegen Missstände. Palästinaflaggen und entsprechende Tücher erscheinen neben anarchistischen und Antifa-Symbolen: Die sozialen Anliegen vermischen sich mit sozialistischem Klassenkampf und mit ethnischen Auseinandersetzungen. Allerdings kursieren auch gefälschte Aufnahmen, etwa von angeblichen Flaggen auf der Eiffelturmspitze. Die Proteste haben sich nach Italien ausgeweitet und auch in Deutschland wächst die Sorge vor einer ähnlichen Eskalation, insbesondere vor dem Hintergrund des Wahlerfolgs der Linken in Berlin. Zugleich wurde die europäische Krise zum amerikanischen Wahlkampfthema: Donald Trump macht muslimische Migranten verantwortlich und fordert erneut eine Umkehr in der Migrationspolitik. Macron weist diese pauschale Erklärung zurück und wirft ihm vor, Frankreichs Not politisch auszunutzen.

Die Bibel kennt das Problem der Überfremdung. Gott warnt sein Volk Israel schon früh vor Verbindungen mit fremden Völkern. Die größte Gefahr sieht die Bibel dabei im Verlust der Beziehung des Volkes zu ihrem Gott: „Denn sie würden deine Söhne von mir abwendig machen, dass sie anderen Göttern dienten“ (5. Mose 7,4). Unter Esra wurden Ehen mit Frauen aus anderen Völkern nachträglich aufgelöst (Esra 10,10–11). Nehemia ging später erneut gegen solche Verbindungen vor und erklärte, das Volk von allem Fremden gereinigt zu haben (Nehemia 13,23–30). Daraus lassen sich nur begrenzt Lehren ziehen für heute, klar ist aber: Es ist gefährlich für ein Gemeinwesen, die Überzeugungen preiszugeben, die die Gesellschaft im Inneren zusammenhalten. Zugleich verpflichtet schon das Alte Testament zu Gastfreundschaft gegenüber Fremden (5. Mose 10,19) und zu Rechten auch für Zugewanderte (3. Mose 24,22). Allerdings nimmt die Bibel auch den Staat in die Pflicht. Er ist verpflichtet, Menschen und Eigentum zu schützen und Gewalt zu unterbinden – erforderlichenfalls auch mit rechtmäßiger Gewalt. Nach Römer 13,4 trägt der Staat „das Schwert nicht umsonst“.

Der Schutz des westlichen Wertefundaments ist wichtig - und  fängt bei uns selbst an. In Europa haben viele Menschen ihren Glauben von sich aus preisgegeben oder als kulturelles Beiwerk verniedlicht. Doch ein Christentum als Kulturelement kann unser Leben ausschmücken, ist aber noch längst kein tragendes Fundament. Der Kern christlichen Glaubens ist: Wir brauchen persönlich Vergebung unserer Schuld durch Jesus Christus, um Sicherheit und Erfüllung für unser Leben zu haben. „Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden“ (Apostelgeschichte 16,31). Diese Botschaft müssen wir annehmen und dürfen sie nicht für uns selbst behalten. Gerade Frankreich zeigt seit Jahren, dass viele Menschen umdenken. An Ostern meldete die katholische Kirche 13.234 erwachsene Taufbewerber - 28 Prozent mehr als im Vorjahr und mehr als dreimal so viele wie 2016. Solche Zahlen ersetzen und beweisen keinen persönlichen Glauben, zeigen aber, dass Menschen neu nach Gott fragen. Jesu Auftrag gilt allen Völkern (Matthäus 28,19–20) – auch unseren zugewanderten Nachbarn. Gerade die Begegnung mit Menschen aus Regionen, in denen das Evangelium kaum frei verkündigt werden kann, eröffnet eine große Chance: Wir können ihnen von Jesus erzählen, ihre Fragen beantworten und christliche Liebe vorleben. Christus begegnet dem Hass an seiner Wurzel, dem sündigen Herzen, und schenkt neues Leben. Wo er unser Denken und Handeln regiert, verlieren Hass und Gewalt ihren Herrschaftsanspruch: „Überwinde das Böse mit dem Guten“ (Römer 12,21).