Donnerstag, 15. Oktober 2026

Alkoholverbot an Bahnhöfen: Was den Menschen wirklich frei macht


Ab heute, dem 15. Oktober, gilt an den rund 5.700 Bahnhöfen der Deutschen Bahn einschließlich der Bahnsteige ein Alkoholkonsumverbot. Die Bahn begründet dies mit mehr Sicherheit und Sauberkeit: Wo übermäßig getrunken werde, komme es häufiger zu Gewalt und Konflikten. Die Regelung beruht auf ihrem Hausrecht; bei wiederholten Verstößen kann ein Hausverbot folgen. Gaststätten sind ausgenommen, ebenso grundsätzlich die Züge. 

Die Bibel verbietet Alkohol weder im Alten noch im Neuen Testament. Psalm 104,15 nennt Wein als eine Gabe Gottes, die das Herz erfreut. Jesus selbst trank Wein (Lukas 7,33–34). Bei dem für Christen wichtigen regelmäßig stattfindenden Abendmahl, das von Jesus selbst vor seinem Tod selbst angeordnet wurde, spielt Wein eine zentrale Rolle (Matthäus 26,27–29). Jesus selbst verwandelte bei der Hochzeit in Kana Wasser in Wein (Johannes 2,1–11). Zugleich warnt die Bibel eindringlich vor dem Rausch. Eine erschütternde Begebenheit ist die Geschichte Lots: Sein Alkoholrausch führte zu sexuellem Fehlverhalten mit historisch negativen Folgen (1. Mose 19,30–36). Sprüche 23,29–35 beschreibt Streit, Verletzungen und Kontrollverlust – bis hin zum Verlangen, gleich wieder zu trinken. Paulus mahnt, sich nicht mit Wein zu berauschen, sondern sich statt dessen mit dem Heiligen Geist erfüllen zu lassen (Epheser 5,18). Petrus fordert: „Seid nüchtern, wacht!“ (1. Petrus 5,8). Dabei geht es um mehr als einzelne Trunkenheit: „Ich will mich von keinem überwältigen lassen“, schreibt Paulus (1. Korinther 6,12). Dieser Grundsatz warnt auch vor Abhängigkeit: Was ich genießen darf, soll nicht zum Herrn über mein Leben werden. 

Abhängigkeit zeigt schmerzlich, wie aus vermeintlicher Freiheit Unfreiheit werden kann. Betroffene brauchen Hilfe und Menschen, die ihnen beistehen. Die geistliche Frage betrifft allerdings jeden von uns: Was beherrscht mein Leben? Auch wer keinen Alkohol trinkt, kann von Geld, Anerkennung oder eigenen Begierden gefangen sein. Jesus sagt: „Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht“ (Johannes 8,34). Er kam, um Menschen von Herrschaft zu befreien. Am Kreuz trug er unsere Schuld. Wer umkehrt und ihm vertraut, empfängt Vergebung und neues Leben. Das bedeutet nicht, dass Abhängigkeiten damit automatisch verschwinden. Wer an Jesus Christus glaubt, empfängt den Heiligen Geist, der das Leben von innen erneuert und Kraft gibt, sich aus Abhängigkeiten zu lösen (Titus 3,5–6; Galater 5,22–23). Die Zusage der Bibel gilt: „Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein“ (Johannes 8,36).