Donnerstag, 19. Mai 2016

Pfingsten in Polen: Eine Lektion über Freiheit und Absonderung

Über Pfingsten besuchten wir eine christliche Familie in Polen. Es war ein kurzer, aber schöner Aufenthalt. Wir durften nicht nur eine bemerkenswerte und liebe Famillie, sondern auch unseren Herrn Jesus etwas besser kennen lernen. 
 
Mensch und Natur nach Gottes Plan
Wenn man vom Einfluß der Massenmedien und vom Trubel der Großstadt befreit ist, fällt es leichter, seine Sinne auf Gott auszurichten. Dazu hatten wir über Pfingsten einige Tage Gelegenheit. Zu Gast in Polen bei einer lieben und kinderreichen Familie, die ihr Leben ganz auf unseren gemeinsamen Herrn Jesus ausgerichtet hat. Kein Radio und keine Konservenmusik, auch nicht (wie Zuhause) morgens unter der Dusche. An Fernsehen war gar nicht zu denken, auch nicht - wie Zuhause - an eine gelegentliche DVD. Anstatt dessen begleiten in Polen Bibel, Gebete und Hausmusik durch den Tag. Und das auf hohem Niveau. Ich durfte wertvolle Belehrungen über Gottes Wort bekommen. Und einen Eindruck davon, wie schön es ist, wenn Kinder nicht nur große Freude an Musik haben, sondern auch ihre Instrumente perfekt beherrschen.

Dass das christliche Leben mit vielen Kindern in Polen nicht einfach ist erschließt sich dem Besucher unmittelbar. Auf dem Esstisch finden sich weitgehend Produkte, die auf dem eigenen Hof ökologisch produziert werden. Doch die Tiere wollen (liebevoll) umsorgt, gefüttert und gemolken werden. Grünflächen und Äcker sind zu bestellen, Gebäude zu bauen und zu unterhalten. Pferde dürfen nicht nur geritten, sondern müssen gestriegelt und Hufe geschnitten werden. Der Unterricht der Kinder darf zwar mit Gottes Hilfe und anders als in Deutschland zuhause stattfinden, doch die Belehrung durch Eltern und ältere Geschwister ist zeitraubend. Und auch das Abhalten von Andachten, Bibelstunden und Anbetungszeiten nimmt einen beträchtlichen Teil der Tageszeit in Anspruch. Und schließlich will ein christlicher Haushalt so akkurat geführt sein, dass jedes Ding an seinm Platz steht, der Boden glänzt und kein Sandkörnchen zu finden ist. So sind die Nächte der Polen kurz, die Hände rauh und die Oberarme dick. Dafür sind die geistlichen Augen geschärft, nicht nur für die Pläne des Herrn, sondern auch für das Geschehen in der Welt. Die Menschen sind freundlich und zufrieden und trotz der Belastung kommt kein Streß auf.

Ich denke, dass der geschilderte Lebensstil in ökonomischer und ökologischer Hinsicht dem Herrn viel Freude bereitet. Ich denke aber auch, dass er nicht auf alle Menschen übertragbar ist. Auch nicht auf alle Christen. In geistlicher Hinsicht jedoch können wir viel von der polnischen Familie lernen. Zunächst einmal könnten wir überprüfen, was wir in materieller Hinsicht wirklich brauchen und auf was wir verzichten könnten, um mehr Energie in das Werk des Herrn investieren zu können. In Polen jedenfalls scheint das Wort Gottes ernst genommen zu werden: "Wenn wir aber Nahrung und Bedeckung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen." (1. Timotheus 6,8). Vor allem jedoch im Hinblick auf die Ausrichtung unseres Lebens auf Christus und die praktische Absonderung von dem, was seinem Willen widerspricht, können wir in Polen lernen. "Darum geht aus ihrer Mitte aus und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt Unreines nicht an, und ich werde euch aufnehmen" (2. Korinther 6,17). Dieser Auftrag gilt allen Christen und wir können ihn in geistlicher Hinsicht in jeder Lebenssituation erfüllen, nicht nur in der polnischen Provinz. Der Herr sagt uns, worauf es dabei ankommt: "seid nicht gleichförmig dieser Welt" (Römer 12,2). Nur, wenn wir den Werten und Prinzipien der Welt nicht angepasst sind, können die guten Eigenschaften Christi durch uns zum Ausdruck kommen. Doch wie können wir es vermeiden, durch die Welt geprägt zu werden? "Behüte dein Herz mehr als alles was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens." (Sprüche 4,23). Von der polnischen Familie können wir etwas darüber lernen, wie wir unsere Herzen behüten können. Nämlich in dem wir uns geistig nicht aus den Quellen der Welt ernähren, sondern unsere geistliche Ernährung dem Herrn überlassen: "Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern." (Psalm 23,2).

Wo Menschen nach Jesu Willen leben, da sehen wir etwas davon, was Gott den Menschen auf dieser Erde schenken will. "Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit;" (Galater 5,22). Und wir sehen Freiheit: "[W]o aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit." (2. Korinther 3,17). Wir durften in Polen etwas von diesen Geschenken Gottes sehen. So war Pfingsten für uns ein gelungenes Geburtstagsfest der Versammlung (Kirche, Gemeinde, Ekklesia). Wir durften in Polen nicht nur etwas darüber lernen, was ein Leben nach Gottes Gedanken ausmacht. Wir konnten auch etwas mehr von der Größe unseres Herrn und Heilandes erkennen.