Wer nicht verloren ist, der braucht auch keinen Retter. Wer sich nicht vor dem Zorn Gottes und seinem Gericht fürchtet, der braucht auch Jesus nicht. Die Urgemeinde in Thessaloniki bekehrten sich zu "Jesus, der uns errettet von dem kommenden Zorn." (1. Thessalonicher 1,10). Zuerst müssen wir Gottes Heiligkeit erkennen und vor seiner Gerechtigkeit erzittern. Dann erst wird sich Buße einstellen. Und erst dann sind wir bereit, errettet zu werden vor dem kommenden Zorn.
John Wesley sagte, bevor er Liebe, Barmherzigkeit und Gnade predigen könne, müsse er Sünde, Gesetz und Gericht predigen. Klar, als Christen reden wir lieber über Liebe. Wenn ich Jesus schon als meinen Erretter angenommen habe, fürchte ich mich nicht vor Jesus und vor seinem Gericht. Weil ich als Verlorerner zu ihm kam und ihn als Erretter kennen lernte. Alle, die das nicht tun, müssen ihn im Gericht als Richter kennen lernen. Und angesichts der ewigen Strafe muß dass Furcht hervorrufen. In 2. Korinther 2 finden wir diese beiden Seiten des Evangeliums: "Denn wir sind Gott ein Wohlgeruch Christi in denen, die errettet werden, und in denen, die verloren gehen; den einen ein Geruch vom Tod zum Tod, den anderen aber ein Geruch vom Leben zum Leben. " Für die, die verloren gehen, ist die Botschaft Jesu eine schreckliche Botschaft.
Den Gegensatz schildert Jesus an einer Begebenheit im Tempel. "Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner. ... Und der Zöllner, von ferne stehend, wollte sogar die Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus vor jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden." (aus Lukas 18). "Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder." (Markus 2,17). "Die Furcht des HERRN ist der Erkenntnis Anfang;" (Sprüche 1,7).
Dass es uns - als seine erretteten Kinder - natürlich leichter fällt, unsere Sünden zu bekennen, wenn wir seine Liebe spüren, ist eine wunderbare Tatsache. Aber wo sehen wir denn seine Liebe am deutlichsten? Am Kreuz - wo er den Zorn Gottes auf sich nahm, der uns Sündern gegolten hat!
Samstag, 4. Juni 2016
Nur Verlorene brauchen den Retter
Volkswirt in Berlin. Vater von sieben Kindern. Tätig bei einem Wirtschaftsverband. Hier meine private Meinung.
