Sonntag, 19. April 2020

Verweltlichung - es gibt nur eine Therapie


Angepasstheit und Weltlichkeit - alle Kirchen sind davon erfasst. Wo finden wir Heiligkeit? Wo die Gläubigen, die der Macht der Welt den Rücken kehren? Wo Abwendung von den Reizen und Annehmlichkeiten der Welt, erkennbare Ablehnung ihrer falschen Werte? Satan würde alles tun, das Weltliche mit dem Heiligen zu vermengen, so dass am besten nichts Göttliches mehr erkennbar bleibt. Die Beschäftigung damit, was in der Welt falsch läuft, hilft da aber wenig. John Nelson Darby recht, Gott will keine Einsiedler - sondern Gläubige, die mit ihrem Herrn Jesus beschäftigt sind. Sie werden erkennbar keinen Gefallen an den Lockmitteln der Welt haben.

 
Hier habe ich einen kurzen, aber immer noch aktueller Text von John Nelson Darby dazu gefunden: 
 

Weltlichkeit

Der Hauptzweck Satans in unseren Tagen, für den er jegliche Anstrengung macht, besteht darin, das Bekenntnis der höchsten und heiligsten Wahrheit mit Weltlichkeit zu vereinigen.

Wie weit ist ihm dies gelungen?

Die Christen um uns her erwarten mit Recht eine ausgeprägte Un-Weltlichkeit bei denen, die sich hoher Wahrheiten rühmen und bekennen, Christus von Herzen zu lieben. Finden sie solche Un-Weltlichkeit bei uns?

Nehmt euch alle in acht, ihr alle, die ihr euch mit einer „gekreuzigten Welt“ (vergl. Gal. 6,14) einlaßt! Das einzige, was verhindern kann, daß die wunderbaren Wahrheiten, die wir haben, verachtet und mit Füßen getreten werden, ist, daß ihre Zeugen in ihrem Wandel beweisen, daß sie „nicht von der Welt sind“, wie Christus nicht von der Welt war.

Mit dem Bösen beschäftigt sein, ist indessen nicht der Weg, die Dinge zu bessern. Beschäftigung mit Christus und Hingabe an Ihn können allein wahre Nicht-Weltlichkeit hervorbringen, sonst wird ein Übel nur durch ein anderes ersetzt, und am Ende verbirgt sich dann unter einem strengen Äußeren eine Selbstgenügsamkeit, die dem Geiste Christi ebenso entgegen ist wie Weltsinn und weltliches Benehmen.

Wenn Christus der Beweggrund unserer Un-Weltlichkeit ist, so wird alles recht sein. Ist es aber unser eigenes Ich, so taugt sie nichts, weil unser Ich ebenso weit von Christus entfernt ist wie die Welt. Er will weder Klöster noch Einsiedeleien, sondern Herzen, die sich verwaist fühlen und sich nach einem abwesenden Herrn sehnen – Herzen, die vor der Liebe zur Welt und dem, was in der Welt ist, bewahrt bleiben durch den ihnen immer gegenwärtigen Gedanken: „Er ist nicht hier.“

 
John Nelson Darby (J. N. D.), „Weltlichkeit“, Botschafter des Heils in Christo, 1933, S. 138–140. Gemeinfrei.