Die ersten Jünger des Herrn Jesus hatten die wichtigste Frage ihres Lebens bereits gestellt - und Antwort erhalten. Von Johannes dem Täufer hörten sie von Jesus Christus und haben ihn als ihren Herrn angenommen. Ohne zu zögern stellten sie sogleich die zweitwichtigste Frage:
"Lehrer, wo hältst du dich auf?" (Johannes 1,38)
Als Kinder Gottes waren sie sich ihrer Zukunft sicher. Der Messias war gekommen. Der, mit dem sie die Ewigkeit verbringen werden. Nun ging es für sie nur noch darum, zu wissen, wo ihr Herr Jesus jetzt war, wo er sich aufhielt. Er, seine Person, war ihr Lebensmittelpunkt geworden. Er zog ihre Herzen an. Sie wollten nur noch das Eine, dort sein, wo auch er ist.
Die Frage der ersten Jünger ist bis heute die zweitwichtigste Frage für Christen geblieben. Sie muß am Anfang aller Fragen unseres Lebens stehen. Wie ist unser Verhältnis zu Welt, zum Staat, zur Familie? Welchen Beruf sollen wir wählen? Welchen Ehepartner sollen wir wählen? Welche Arbeitsstelle? Und, ganz zentral, wo ist für mich die richtige Kirchengemeinde? Mit welchen Christen und an welchem Ort soll ich Gemeinschaft haben, das Gedächtnismahl feiern? Bei all diesen Entscheidungen leiten uns nicht weltliche Abwägungen, nicht Tradition, nicht Gefühl und letztlich auch nicht kühle Vernunft. Sondern einzig und allein die Frage: Lehrer, wo hältst du dich auf?
