Felix war der mächtigste Mann in Judäa. Von Kaiser Claudius im Jahr 51 n.Chr. als Stadthalter eingesetzt entschied sein Wort über Leben und Tod. Er interessierte sich für die geistlichen Entwicklungen und Strömungen seiner Zeit. Über den "neuen Weg" des Christentums wußte er jedenfalls "sehr gut Bescheid" (Apostelgeschichte 24,22). Wie praktisch für Felix, dass in seinem Gefängnis mit dem Apostel Paulus ein Gefangener einsaß, der über diesen "neuen Weg" quasi aus "erster Hand" berichten konnte.
Felix nutzte die gute Gelegenheit und ließ Paulus aus dem Gefängnis holen. Zusammen mit seiner jüdischen Frau wollte er von ihm mehr erfahren über den "Glauben an Christus Jesus" (V. 24). Und Paulus legte bereitwillig Zeugnis ab. Sicherlich tat er alles, um die beiden für das Evangelium von der Gnade Gottes zu gewinnen. Und natürlich blieb Paulus nicht bei der "halben Wahrheit":
"Aber Paulus sprach zuletzt auch
über Gerechtigkeit,
Enthaltsamkeit und das bevorstehende Gericht.
Da erschrak Felix und sagte:
'Für heute kannst du gehen.
Wenn ich Zeit habe, lasse ich dich wieder holen.'"
(Apostelgeschichte 24,25)
Die gute Botschaft, das Evangelium, ist nicht nur eine frohe Botschaft.
Ja, das Evangelium ist die Botschaft von der Liebe Gottes, von seiner
Gnade und von der Möglichkeit, durch das Opfer Jesu ein Kind Gottes
werden zu können. Aber das Evangelium ist eben auch die Botschaft von
der Gerechtigkeit Gottes, von seinem Gericht über die Sünde, die in
aller Härte jeden treffen wird, der nicht zum Retter und Erlöser Jesus
Christus Zuflucht nimmt. Und das Evangelium ist auch die Botschaft
davon, in Enthaltsamkeit ein Leben zur Ehre des Herrn Jesus führen zu
können, weil Christen als gesegnete Kinder Gottes nicht mehr angewiesen
sind auf die Schätze und Verlockungen dieser Welt.
Viele Christen erzählen lieber von den angenehmen Seiten des Evangelums. Mir geht es selbst auch so. Auch ich riskiere nicht gerne, dass sich Menschen erschrecken und abwenden. Das ändert aber nichts an der ganzen Wahrheit. Paulus stand zur ganzen Wahrheit. Auch dann, wenn er mit wichtigen Menschen wie Felix zu tun hatte.
Bist Du
bereit, auch den unangenehmen Teil des Evangeliums zu hören? Dass Du im
Licht der Ansprüche Gottes nicht gerecht, sondern ein Sünder bist? Dass
Du Jesus als Erretter brauchst, um im Gericht Gottes bestehen zu können?
Und dass es persönlich etwas kostet, dass es Einschränkung bedeutet,
dem Herrn Jesus zu folgen? Mache es nicht wie Felix, der die wichtigste
Frage seines Lebens auf später verschoben hat. Denn schon morgen kann es
zu spät sein, die Rettung in Anspruch zu nehmen.
