Dienstag, 22. August 2023

Woran erkennt man, was ein Mensch wirklich glaubt?


Woran kann man eigentlich einen echten Christen erkennen? Woran können mich andere, wenn ich Jesus Christus meinen Herrn nenne, als seinen Nachfolger erkennen? Am Kreuz um den Hals? Am frommen Lebenswandel? An der Spendenbereitschaft? Am Freundeskreis? An meiner Opferbereitschaft und Leidensfähigkeit? An der Anzahl der Gottesdienstbesuche und Gebete? An der Bereitschaft, für den Herrn Jesus zu kämpfen? Oder an der Anzahl auswendig gelernter Bibelverse? 

 All das können Anhaltspunkte sein. Der Apostel Paulus gibt in seinen Briefen viele Hinweise, durch was sich das Leben von Christen auszeichnen und durchaus auch von der Lebensweise ungläubiger Menschen abheben soll. Doch über all diese Lebensregeln, über all unsere Bemühungen, über alle Frömmigkeit stellt Paulus die eine zentrale Eigenschaft, die alle Christen auszeichnen sollte, ohne die das gesamte Christentum vollkommen wertlos wäre: Die Liebe. Denn: Durch nichts kann man das, was Gott, was unseren Herrn Jesus Christus ausmacht, stärker zum Ausdruck bringen als durch Liebe. Für diese Liebe steht das Kreuz, steht der christliche Glaube: Gott selbst leidet und stirbt, damit ich leben kann. Was auch immer Christen machen, welche Anstrengungen sie auch unternehmen, es ist wertlos ohne die Liebe:
"Ich besitze den stärksten Glauben - 
sodass ich Berge versetzen kann.
Wenn ich keine Liebe habe,
bin ich nichts.
Stellt euch vor:
Ich verteile meinen gesamten Besitz.
Oder ich bin sogar bereit,
mich bei lebendigem Leib verbrennen zu lassen.
Wenn ich keine Liebe habe,
nützt mir das gar nichts."
(1. Korinther 13,2f)
Das erhabendste Leben, das größte Opfer, die größte spirituelle Anstrengung ist deshalb nichts wert, wenn die Liebe fehlt. Das, worauf es Gott im Kern ankommt, das, was durch Christen von ihm in der Welt sichtbar werden soll, fehlt dann. Der Markenkern ist weg. Der Dienst des Christen ist hohl, für Gott ist er wertlos und für die Menschen um uns her nutzlos. Der Wert der Leistung eines Christen für Gott wird von ihm nicht bemessen daran, wieviel Wert die Welt dem Dienst beimisst. Für Gott zählt nicht, wie viele Geld wir ausgeben, wie qualifiziert oder klug wir sind, auch nicht Sichtbarkeit oder Ruhm. Ob Prediger, Professor, Bankdirektor, Hausmeister oder Putzfrau, ob reich, berühmt oder unbekannt - über den Wert der Arbeit entscheidet letztlich allein, mit wie viel Liebe zu unserem Herrn Jesus sie ausgeführt wurde!

Und wie erkennen wir Liebe im Alltag? Wie zeigen wir als Christen Liebe? Auch dazu gibt Paulus Auskinft (V. 4ff). Die Liebe verkämpft sich nicht, sie gibt nicht an, sie spielt sich nicht auf, ist nie unverschämt, ist nicht eigennützig. Sie ist weder reizbar noch nachtragend, kennt keine Schadenfreude. Sie ist geduldig, gütig, freut sich über Siege der Wahrheit, sie erträgt alles, glaubt alles. Die Liebe hofft - und sie hält allem stand. All diese Eigenschaften lassen sich, ja sie müssen sich im Alltag zeigen. In der Familie, in der Schule, bei der Arbeit, gegenüber Kunden und Gemeindegeschwistern. Sehen wir diese Eigenschaften in unserem Leben? Lasst uns den Markenkern unseres Glaubens deutlicher machen, unseren Herrn Jesus in der Welt dadurch bekennen und ein wertvolles Leben für Gott führen.