Mittwoch, 6. September 2023

Der Geruch des Todes


Nicht allen Christen merkt man an, dass sie Christen sind. Schließlich ist der Glaube niemandem auf die Stirn geschrieben. Mit äußeren Erkennungszeichen und Symbolen halten sich viele Christen zurück. Und doch: Überraschend oft ist das Umfeld von Gläubigen im Bild darüber, ob sich jemand zu Jesus Christus bekennt, ob eine Person ein Leben nach christlichen Maßstäben führen will. Macht das diese Menschen in ihrem Umfeld beliebter? Finden die Menschen das Christ-Sein interessant, attraktiv, befremdlich oder sogar abstoßend?
Schon zur Zeit des Apostel Paulus wurden Christen in der Welt erkannt. Christen haben einen "Geruch", so Paulus. Für Gott ist dieser Geruch ein "Wohlgeruch". Da ist jemand in der Welt, an dem die Menschen merken, an dem sie förmlich riechen, dass es einen Gott gibt. Und das freut Gott. Allerdings zeigt Paulus auch: Längst nicht für alle Menschen ist dieser Geruch ein Wohlgeruch. Für manche Menschen ist dieser Geruch sogar der Geruch des Todes:
"Für die einen ist es der Geruch,
der aus dem Tod kommt und zum Tod führt."
(2. Korinther 2,16)
Christen, denen man ihren Glauben anmerkt, sind ein Zeugnis dafür, dass es einen Gott gibt. Mitten in einer Welt, die Gott zunehmend leugnet, die nichts von ihm wissen will, die nicht nach dem woher und wohin fragt. Aber: Wenn es nun doch einen Gott gibt - dann ist der Mensch auch verantwortlich. Dann hat er sein Leben einer höheren Existenz zu verdanken. Dann gibt es vielleicht jemanden, der mein Tun beurteilt. Jemanden, der Gericht halten wird über mich, über diese Welt. Und all diese Ahnungen, ob ausgesprochen oder nicht, ob verdrängt oder nicht, ob wahr oder falsch, all diese Ahnungen werden mit Leben erfüllt, könnten einen wahren Kern haben, sobald ein Mensch ins Leben tritt, der all das für wahr hält. Hinweis auf Gott, eine Erinnerung an die Verantwortung, ein Vorbote des Gerichts. Ein Geruch des Todes. Ein abstoßender Geruch für jeden, der nicht im Reinen mit diesem Gott ist.

Für andere Menschen wiederum ist genau der gleiche Geruch ein anziehender Duft: "Für die anderen ist es der Duft, der aus dem Leben kommt und zum Leben führt." (V. 16). Wer das Evangelium gehört hat und weiß, dass Christus längst stellvertretend für uns ins Gericht gegangen ist, wer dieses Geschenk angenommen hat, der ist mit Gott im Reinen. Ja, der kann sogar mit reinem Gewissen Vater zu diesem mächtigen Gott sagen. Für den ist jede Erinnerung an Christus eine Erinnerung an die Existenz von Liebe, Gnade und daran, dass es einen Gott gibt, der unser Leben schützend in Händen hält. Ich möchte auch heute wieder ein Geruch sein. Für die einen ein Geruch zum Leben, für die anderen ein Geruch des Todes, in jedem Fall aber zum Wohlgeruch für Gott.