Die Jugendorganisation der Unionsparteien erhöht den Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz. Beim Deutschlandtag der Jungen Union vom 16. bis 18. Oktober in Bonn fordert der christdemokratische Nachwuchs schnellere Reformen und mehr Generationengerechtigkeit. JU-Chef Johannes Winkel formuliert im offiziellen Grußwort zum Treffen den Maßstab: „Generationengerechtigkeit bedeutet für mich auch, Probleme heute zu lösen, statt sie der nächsten Generation zu hinterlassen.“ Besonders umstritten ist die Rentenpolitik. JU-Vize Pascal Reddig verlangt die vollständige Umsetzung der Empfehlungen der Rentenkommission, einschließlich des Auslaufens der abschlagsfreien Frührente nach 45 Versicherungsjahren. Hinzu kommen Forderungen nach einer spürbaren steuerlichen Entlastung von Arbeit und stabilen Staatsfinanzen. Nach Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst zum Auftakt werden Merz am Samstag und CSU-Chef Markus Söder am Sonntag erwartet. Hinter den politischen Auseinandersetzungen steht eine Frage, die weit über diesen Parteitag hinausreicht: Was hinterlassen die Älteren den Jungen?
Die Bibel nimmt die ältere Generation ausdrücklich in die Pflicht. Paulus nennt den Grundsatz, dass Eltern für ihre Kinder Schätze sammeln sollen, nicht umgekehrt (2. Korinther 12,14). Ein guter Mensch hinterlässt sogar seinen Enkeln ein Erbe (Sprüche 13,22). Das ist kein fertiges Modell für staatliche Rentenpolitik, wohl aber ein Maßstab: Wer Verantwortung trägt, soll die Lebensgrundlagen seiner Nachkommen stärken. Doch als Lebensgrundlage sieht die Bibel nicht nur Häuser und Erspartes. Zum Leben braucht der Mensch auch Orientierung und ein geistliches Fundament. Schon beim Auszug aus Ägypten verpflichtet Gott deshalb die Eltern, ihren Kindern die Bedeutung seiner Rettung zu erklären: Wenn sie nach dem Passah fragen, sollen sie erfahren, wie Gott sein Volk verschont und befreit hat (2. Mose 12,26–27; 13,8). Die Erinnerung an Gottes Handeln darf mit den Augenzeugen nicht sterben. Später fordert Psalm 78,4–7 dazu auf, den kommenden Generationen Gottes Taten weiterzusagen, damit sie selbst auf ihn vertrauen. Im Neuen Testament trägt Paulus seinem Mitarbeiter Timotheus auf, das Empfangene zuverlässigen Menschen anzuvertrauen, die wiederum andere unterweisen können (2. Timotheus 2,2). Die Älteren schulden den Jungen deshalb weitaus mehr als materielle Vorsorge: Sie sollen die nächste Generation befähigen, ein erfülltes Leben im Einklang mit Gott zu leben. Wer seinen Kindern Wohlstand ermöglicht, ihnen aber das Wissen um Gott vorenthält, lässt die wichtigste Verantwortung unerfüllt.
Doch die Bibel kennt auch ein schweres Erbe. Eine schwere Last, die alle Generationen seit Anbeginn der Zeit an ihre Nachkommen weitergeben haben: die sündhafte Natur des Menschen. Schon Adam, der erste Mensch, wandte sich im Ungehorsam gegen Gott. Seine Nachkommen wurden mit derselben gefallenen Natur geboren und gaben dieses schwere Erbe von Generation zu Generation weiter – bis heute. Das meint der Begriff „Erbsünde“: Wir lernen das Böse nicht erst durch schlechte Vorbilder, sondern tragen von Geburt an die Neigung in uns, unseren eigenen Willen über Gottes Willen zu stellen (Römer 5,12.19). Aus dieser sündigen Natur entstehen unsere eigenen bösen Gedanken, Worte und Taten. Und doch ist jeder Mensch selbst für seine persönliche Schuld vor Gott verantwortlich. Niemand kann sich hinter seinen Vorfahren verstecken. Dieses schwere Erbe lässt sich weder ausschlagen noch durch gute Erziehung oder politische Reformen beseitigen. Aber Jesus Christus hat den Ausweg eröffnet: Er ist für unsere Sünden gestorben. Wer zu ihm umkehrt und ihm vertraut, empfängt Vergebung und neues Leben aus Gott. Durch den Heiligen Geist erhält er auch die Kraft, der Sünde zu widerstehen (Römer 8,2.13). Deshalb gehört zur Generationengerechtigkeit auch die Verantwortung der Älteren, den Jungen diese Botschaft weiterzusagen: Auch ihr habt die sündige Natur geerbt und braucht Rettung. Bei Jesus findet ihr Vergebung, neues Leben und eine ewige Zukunft.
