Samstag, 17. Oktober 2026

Trumps Geschäft mit Putin: Wenn Untreue sich lohnt


US-Präsident Donald Trump hat neue Strafmaßnahmen gegen Russland kurz vor ihrem Inkrafttreten ausgesetzt. Das vom Kongress mit parteiübergreifender Mehrheit beschlossene Sanktionsgesetz sollte den wirtschaftlichen Druck auf Moskau wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine erhöhen. Trump beruft sich bei der Aussetzung auf das nationale Interesse der Vereinigten Staaten. Zuvor hatte er mit Wladimir Putin ein Geschäft über russische Diesellieferungen vereinbart, das die hohen Kraftstoffpreise senken soll. Vor den amerikanischen Kongresswahlen am 3. November ist das innenpolitisch besonders wichtig. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert den Handel als finanzielle Unterstützung für Russlands Krieg. Auch in den USA gibt es parteiübergreifenden Widerspruch. Hinter dem Streit steht eine grundsätzliche Frage: Wie verlässlich ist die Unterstützung für ein angegriffenes Land, wenn ein Geschäft mit dessen Angreifer wirtschaftliche Vorteile verspricht?

Die Bibel erzählt von zwei Herrschern, die mit der Verbindlichkeit ihrer Zusagen sehr unterschiedlich umgehen. Als fünf Könige die Stadt Gibeon angreifen, bitten deren Bewohner Josua um Hilfe. Israel hat ihnen Schutz zugesichert – obwohl die Gibeoniter diesen Bund zuvor durch Täuschung erlangt haben. Josua könnte die schwierige Vorgeschichte zum Vorwand nehmen, sich seiner Verpflichtung zu entziehen. Stattdessen zieht er mit seinem Heer zur Verteidigung der Bedrängten aus. Gott ermutigt ihn und schenkt den Sieg (Josua 9–10). Ganz anders handelt der aramäische König Ben-Hadad: Judas König Asa bietet ihm Silber und Gold an, damit er seinen bestehenden Bund mit König Bascha von Israel bricht. Ben-Hadad nimmt das Angebot an und greift das Land seines bisherigen Partners an (1. Könige 15,16–22). Materieller Gewinn wiegt für ihn schwerer als sein gegebenes Wort. Auch Asas kurzfristiger Erfolg erhält dabei kein göttliches Gütesiegel: Ein Prophet wirft ihm vor, sich auf einen fremden Herrscher statt auf Gott verlassen zu haben (2. Chronik 16,7–9). Die damaligen Verhältnisse lassen sich nicht unmittelbar auf heutige Staaten übertragen. Doch die Frage bleibt dieselbe: Was ist ein Versprechen wert, wenn seine Einlösung etwas kostet? Treue zeigt sich gerade dann, wenn Untreue einen Vorteil verspricht.

Treue und Untreue prägen auch unser Verhältnis zu Gott. Er schenkt dem Menschen das Leben, versorgt uns und begegnet uns mit Güte. Doch der Mensch verweigert ihm oft Dank und Gehorsam und missachtet seine Gebote - etwa durch das Anzetteln von Kriegen oder durch Untreue anderen Menschen gegenüber. Dennoch hat Gott die Menschen nie aufgegeben. Seine Treue zeigt sich besonders darin, dass er seinen Sohn Jesus Christus zu unserer Rettung sandte. Auch ihm begegneten die Menschen mit Untreue: Judas verriet ihn, Petrus verleugnete ihn, seine Jünger verließen ihn. Menschlich betrachtet hätte es sich für Jesus gelohnt, nun ebenfalls aufzugeben und den Weg ans Kreuz zu verlassen. Doch er blieb seinem Vater und dessen Rettungswillen treu – bis zum Tod. Die Bibel nennt ihn „den treuen Zeugen“ (Offenbarung 1,5). Derselbe Vers spricht von seiner Liebe und davon, dass er uns durch sein Blut von unseren Sünden gereinigt hat. Unsere Untreue beantwortete er mit der Hingabe seines Lebens: Er trug die Strafe für unsere Sünden, damit wir Vergebung und ewiges Leben empfangen können. Der auferstandene Christus lädt uns ein, unsere Schuld zu bekennen, zu ihm umzukehren und ihm zu vertrauen. Unsere Hoffnung liegt in seiner Treue, die ihn bis ans Kreuz führte – zu unseren Gunsten. Wer sich ihm anvertraut, darf wissen: Gott steht zu seinem Wort.