Sonntag, 21. Mai 2017

Wahre Anbetung, oder: Was ist richtiger Gottesdienst?

"Solus Christus", an diesen Grundsatz Luthers erinnert uns auch das Reformationsjahr. Allein in Christus ist die Versöhnung mit Gott zu finden, er ist "Anfänger und Vollender des Glaubens" (Hebräer 12,2). Mittelpunkt der christlichen Glaubenspraxis sind die sonntäglichen Gottesdienste, die Zusammenkünfte der Ortsgemeinden. Beim Gedächtnismahl denkt man gemeinsam an Gott und bringt ihm Anbetung dar. Deshalb ist Anbetung für alle Christen ein wichtiges Thema. Doch die Kirchengeschichte hat viele Formen der Anbetung hervorgebracht. Da stellt sich die Frage, wie die verschiedenen Formen des Gottesdienstes zu beurteilen sind. Gibt es falsche bzw. wahre Anbetung? Antworten darauf sollten wir bei Jesus Christus suchen. Steht er im Mittelpunkt unserer Glaubenspraxis?

Dieser Aufsatz entählt Gedanken aus und zu dem Aufsatz von Kelly, William "Anbetung" aus dem Jahr 1872. Er erschien ursprünglich in "The Bible Treasury", Band 9 und Anfang 2017 auf bibelkommentare.de als Ebook (Anbetung als Ebook).

Anbetung ist der Reflex des Menschen auf die Begegnung mit Gott

Der Herr Jesus offenbart einer Frau
Wahrheiten über Anbetung
Je mehr wir von Gott erkennen desto beeindruckter sind wir von ihm. Und umso mehr wollen wir ihn ehren, ihm Lobpreis bringen oder ihn sogar anbeten. Dieser Reflex ist tief im Menschen und in allen monotheistischen Religionen angelegt. Doch wie genau sollte solche Anbetung aussehen, wie soll der Mensch seine Empfindungen Gott gegenüber ausdrücken?

In seiner Souveränität kann Gott jede Form der Ehrerbietung "annehmen". Er kennt unsere Beweggründe und freut sich bestimmt über jedes Herz, das sich ihm zuwendet. Auch dann, wenn die Hinwendung wenig "formvollendet" vor sich geht, wie etwa bei der spontanen, aber unbeholfenen Opfergabe Gideons, als er Gott begegnete (Richter 6,19). Die jüdischen Priester hielten hingegen bei ihren Opfergaben in der Stiftshütte und später im Tempel strenge Formen ein, und zwar nach Leitlinien, die Gott ihnen mitgeteilt hatte (etwa in 3. Mose). Gott hatte selbst festgelegt in welcher Weise ihm Anbetung dargebracht werden sollte, wie Gottesdienst aussehen musste.

Mit dem Erlösungswerk des Herrn Jesus war der jüdische Gottesdienst dann aber zu einem geistlichen Ende gekommen. Als Jesus starb zerriss der Vorhang zum Allerheiligsten dieses Tempels, in dem Gott wohnte. Der Vorhang zerriss tatsächlich und sinnbildlich. Ab jetzt war der Zugang zu Gott frei. Im Glauben an Jesus lässt Gott sich von jedem finden, überall, auch außerhalb Jerusalems. Folgerichtig ließ Gott es zu, dass der Tempel in Jerusalem kurz darauf zerstört wurde. Der neutestamentliche Brief an die Hebräer zerschnitt das letzte Band der bekehrten Juden zu ihrem alten Bund. Der Brief zeigt, dass es ein einziges Opfer gegeben hatte, das vollständig und vollkommen war und nur einmal gebracht werden musste (Hebräer 10,14) - es war das Opfer unseres Herrn Jesus Christus am Kreuz von Golgatha. Sein Opfer war die perfekte Opfergabe, die perfekte Ehrerbietung, die perfekte Anbetung Gottes. Gottesdienst und Anbetung durch Menschen kann von da an und wird bis in alle Ewigkeit darin bestehen, auf diese Werk Jesu am Kreuz hinzuweisen, sich daran zu erinnern. Diese Erinnerung kann individuell sein, in den Familien stattfinden, vor allem aber gemeinschaftlich in den Zusammenkünften der Gläubigen.

Deshalb steht das Abendmahl oder das Mahl des Herrn (Eucharistie) im Zentrum der christlichen Gottesdienstpraxis. Den ersten Christen war es so wichtig, dass sie es täglich praktizierten (Apostelgeschichte 2,46), später nahmen sie es am ersten Tag der Woche ein (Apostelgeschichte 20).

Voraussetzungen für Anbetung nach Gottes Plan

Doch von diesem großen Erlösungswerk wusste die samaritische Frau, mit der Jesus am Jakobsbrunnen über das Thema Anbetung sprach (Johannes 4), noch nichts. Als Samariterin hatte sie keinen Zugang zum Tempel, der stand nur den Juden offen. Um so mehr musste sie die Frage der richtigen Anbetung beschäftigen. Der Herr Jesus sagte ihr nun  - und das ist auch für uns eine große Botschaft - dass der Vater "Anbeter sucht" (V. 23). Während unser Herr Jesus auf der Erde nach Sündern suchte, um diese zu retten (Matthäus 18,11), ist der Vater in den Reihen der Erretteten auf der Suche nach Anbetern. Er will, dass wir ihm Anbetung bringen.

Außerdem sagt Jesus der Samariterin, dass die Stunde kommen werde (Vers 23), in der Anbeter "in Geist und Wahrheit" anbeten werden. Damit gab er einen wertvollen Hinweis auf den künftigen Gottesdienst wie wir ihn auch heute kennen sollten. Richtige Anbetung "hinter" dem Kreuz findet im Geist, also im Heiligen Geist, und wahrhaftig statt.

Leitung durch den Heiligen Geist

Findet nicht jede Form des Gottesdienstes zwangsläufig im Heiligen Geist statt? Noch in Johannes 3, kurz vor dem Treffen am Jakobsbrunnen, zeigte der Herr Jeus die Notwendigkeit einer neuen Geburt. Wer neu geboren wird ist sich seiner Sündenschuld bewusst und er fängt an, zu Gott zu rufen. Dieses Rufen zu Gott aus dem Bewusstsein der Verlorenheit heraus ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Anbetung Gottes, wie sie Gottes gefällt. Wiedergeburt befähigt uns zu Gottesfurcht, denn jetzt haben wir offene Augen für ihn. Aber diese Gottesfurcht befähigt uns vielleicht zu einer Form der Ehrerbietung Gottes, aber nicht notwendigerweise zu wahrhaftiger Anbetung. Denn erst dann, wenn wir mit der Segnung des Heiligen Geist versiegelt (Epheser 1,13) wurden, sind wir zur Anbetung Gottes fähig. Die neue Geburt geht aber nicht zwangsläufig mit dem Empfang des Heiligen Geistes einher. So zeigt Apostelgeschichte 19, dass es auch Gläubige gibt, die den Heiligen Geist nicht haben.

Folgerichtig spricht der Herr Jesus erst nach der Belehrung über die Wiedergeburt (Johanes 3) am Jakobsbrunnen (Johannes 4) über Anbetung. Das "lebendige Wasser" (Johannes 4,10), von dem er hier redet, ist ein Bild des Heiligen Geistes. Dieses lebendige Wasser können wir erst dann empfangen, wenn  unsere Sünde am Kreuz gerichtet ist und wenn uns sein Opferblut frei gemacht hat. Die Wiedergeburt macht uns fähig, diesen Schritt zu gehen. Sobald wir, mit neuem Leben ausgestattet, unsere verlorene Stellung vor Gott erkennen und zum sühnenden Opfer Jesu Zuflucht nehmen, erhalten wir den Heiligen Geist und durch ihn schließlich alle geistlichen Segnungen, die dann unsere Anbetung hervorrufen!

Bekehrung und neue Geburt allein machen also noch niemanden zu einem wahren Anbeter. Dennn nicht das Hassen der Sünde befähigt zur Anbetung - sondern erst der Empfang des Heiligen Geistes. Denn mit dieser Segnung verbunden ist all das, was das menschliche Herz voll und froh macht: Heilsgewissheit, ewiges Leben, Frieden im Herzen, Gotteskindschaft und viele Segnungen mehr. Christliche Anbetung ist dann nicht der Ausdruck unser Gottesfurcht, sondern das Überströmen unserer Freude in Christus, unserer vollkommenen Befriedigung in unserem Herrn. Wahrer Gottesdienst bringt etwas von dieser Freude zum Ausdruck.

Anbetung "in Wahrheit"

Anbetung soll aber nicht nur im Geist, sondern auch in Wahrheit erfolgen. Gottesdienst soll weder aufgesetzt noch beliebig sein, sondern aufrichtig und in Übereinstimmung mit Gottes Gedanken. Wahrhaftige Anbetung erfordert nicht nur die Anwesenheit des Heiligen Geistes, sondern zum Beispiel auch die Trennung von Bösem (1. Korinther 5). Längst nicht jede religiöse Betätigung, nicht jede Form des "Gottesdienstes" kann daher im biblischen Sinn als Anbetung bezeichnet werden. Gott fordert keine Anbetungszeremonien, sondern Wahrhaftigkeit im Hinblick auf uns selbst, auf ihn und sein Wort. Jede Form des Gottesdienstes muss von Herzen kommen und gleichzeitig in Übereinstimmung mit seinem geoffenbarten Willen sein.

Wahrhaftig müssen wir aber auch sein, was unsere Stellung zu Gott angeht. Israel brachte seinem Gott Anbetung dar gemäß der Stellung, die sie als sein auserwähltes irdisches Volk Gott gegenüber haben. Die Christen als sein himmlisches Volk haben aber eine andere Stellung zu diesem Gott. Gott hat in Form des Heiligen Geistes in uns Wohnung genommen, so dass wir Gottes Kinder sein dürfen (Johannes 1,12). Christliche Anbetung muss eine angemessene Antwort auf diese gesegnete Stellung sein. Denn sie richtet sich in einer sehr viel innigeren Weise an Gott als der jüdische Opferdienst, da sie sich an unseren Vater richtet (Johannes 4,23)!

Das Bild des verlorenen Sohnes (Lukas 15,18) ist ein Bild dieser Stellung. Als der Sohn in der Fremde zu seinem Vater umkehrte war er noch nicht zur "Anbetung" fähig. Er ging davon aus, die Stellung als Sohn und die Liebe seines Vaters verloren zu haben. Doch dann bekam er zu seiner Überraschung das das herrliche Kleid von seinem Vater und konnte seine Stellung erkennen: Er war nicht verstoßen wegen seiner eigenen Sünde, sondern angenommen von der Liebe seines Vaters. Dann konnte sein Herz vor Freude überfließen. In unserem Gottesdienst stehen auch wir nicht unversöhnlich vor einem fern stehenden Gott - wir stehen als geliebte Kinder vor unserem liebenden Vater!

Falsche Anbetung und ihre Folgen

Gott will also in Geist und Wahrheit angebetet werden. Das macht Anbetung zu einer Angelegenheit der Gemeinschaft derjenigen, die den Heiligen Geist und seine Wahrheit besitzen, also zu einer Angelegenheit des "einen Leibes", seiner Versammlung, Kirche bzw. Gemeinde. Die Vorstellung, dass der Heilige Geist jedem Menschen innewohnt, ist im Licht der Bibel unzutreffend. Nichts wäre dem Neuen Testament fremder als eine solche Vorstellung. Keine Irrlehre steht in größerem Widerspruch zum Christentum. Der Heilige Geist wurde Jesus Christus gegeben (Matthäus 3,16), der ohne Sünde ist (2. Korinther 5,21). Vorbedingung dafür, dass sündbeladene Menschen diese Gabe erhalten können, ist die Erkenntnis ihres verlorenen Zustands vor Gott (siehe oben) (Epheser 1,13Galater 4,6). Erst wenn der Mensch in Jesus Christus lebt, kann dieser Jesus in ihm Wohnung nehmen. Der Mensch wird erst durch ihn zu einem Kind Gottes. Wenn solche Menschen sich versammeln, etwa zu Gottesdienst und Gedächtnismahl am ersten Tag der Woche, können sie, gemeinsam geleitet von ihrem Herrn, ihrem Gott Anbetung darbringen.

Diese Leitung durch den Heiligen Geist kann allerdings durch verschiedene Faktoren vereitelt werden, so dass wahre Anbetung und Gottesienst nach Gottes Gedanken unmöglich wird.

Liberales "Quäkertum"

Eine mögliche Störunge ist ein liberales "Qäkertum". Es wird so getan, als sei die Gabe des Heiligen Geistes allen Menschen gegeben, unabhängig von Buße, Glauben oder Errettung. Dieses Phänomen ist nicht erst in unseren Tagen auf christlichen Großveranstaltungen zu beobachten. Schon früher konnte man sich bei unbekehrten Menschen beliebt machen, wenn man Gottes Gnade nach eigenem Maßstäben "zuteilte" und dabei ihnen gegenüber so tat, als seien sie schon Gotteskinder. Doch Gottes Maßstäbe sind klar (und unbequem): Zu Anbetung sind nur solche Menschen fähig, die durch den Glauben an den Herrn Jesus und sein Erlösungswerk zu Kindern Gottes wurden, solche, die Gott als ihren Vater kennen lernten. Die ihn ablehnende Welt ist zu wahrer Anbetung im Geist nicht fähig. Sie kann Gott eben nicht in Geist und Wahrheit anbeten. Nicht errettete Menschen in die Anbetung Gottes mit hineinzunehmen würde bedeuten, diese Menschen zu betrügen, sie über ihren verlorenen Zustand im Unklaren zu lassen und gleichzeitig die Gemeinde Gottes auf den Boden der Welt hinabziehen. Außerdem wird dabei so getan, als würde die Versammlung oder Gemeinde Gottes als der von der Welt abgesonderte Wohnort des Heiligen Geistes nicht existieren. Dadurch wird die Wahrheit von der Versammlung als dem einen Leib ausgeblendet. Ein Gottesdienst, der Gott wirklich Ehre bringt ist aber nicht möglich, wenn man Gottes Willen beiseite stellt.

Klerikalismus und Liturgien

Außerdem kann die wahre Anbetung dadurch verhindert werden, dass eine von Menschen eingesetzten Geistlichkeit als "Anführerin" der Gottesdienste eingesetzt wird. Anbetung ist dann nicht mehr Sache all derjenigen, die den Heiligen Geist besitzen, sondern Sache einer "Geistlichkeit". Dadurch werden die Zusammenkünfte der Leitung des Geistes entzogen. Außerdem werden so die geistlichen Vorrechte des einen Leibes, der Versammlung, verleugnet. Der Heilige Geist will aber durch jedes Glied seines Leibes wirken (1. Korinther 14,26). Es ist der ausdrückliche Wille unseres Herrn, jeden Bruder in den Zusammenkünften durch aktive Wortbeiträge zu benutzen. Doch leider sind die Gläubigen heute meist nicht frei, sich von ihm benutzen zu lassen. Es existiert eine unüberschaubare Vielzahl an Kirchenorganisationen in der Christenheit. Christen sind geradezu eingesperrt in Organisationsformen. Außerdem wird die Geistesleitung durch Liturgien vereitelt, die den Ablauf eines Gottesdienstes oft bis ins Kleinste regeln wollen.

Nun mag jemand einwenden, ein Gottesdienst so gänzlich ohne Pastor und Ablaufplan könne nur ins Chaos führen. Doch solange wir uns vom Herrn Jesus - dem Hausherrn unserer Versammlungen - leiten lassen, besteht kein Grund zu dieser Sorge, denn unser Gott ist ein Gott der Ordnung, nicht der Unordnung (1. Korinther 14,33). Aber tatsächlich besteht überall dort, wo wir uns nicht von seinem Geist leiten lassen die Gefahr von Unordnung und damit die Versuchung, menschliche Ordnungen einzuführen. Auch die Korinther standen angesichts der Unordnung in ihren Zusammenkünften (vgl. 1. Korinther 14,15ff) in dieser Versuchung. Und welcher Christ kennt es nicht, dass Dinge in Ortsgemeinden nicht so sind, wie sie nach Gottes Ordnung sein sollten? Die Ursache dieser Probleme ist aber nicht fehlendes menschliches Management sondern unsere geistliche Schwäche, unser Unglaube und Ungehorsam seinem Wort gegenüber.

Gottes Ordnung in unseren Gemeinden und Zusammenkünften können wir nur dadurch herstellen, dass wir uns ihm stärker zuwenden, seinem Wort gehorchen und uns von seinem Heiligen Geist führen lassen. Liturgien und Kirchenämtern sind im Vergleich dazu eine "billige Lösung" unserer Probleme. Auf diese Weise können wir fehlende göttliche Ordnung nur durch eine menschliche und damit schwache Ordnung ersetzen. Damit überdecken wir dann lediglich die eigentlichen Ursachen der Unordnung, unseren Unglauben und Ungehorsam. Liturgien und Klerikalismus machen Geistesleitung zwar nicht gänzlich unmöglich - aber sie ermöglichen es, auch ohne Geistesleitung geistlich zu erscheinen. Leider sind heute die meisten Christen Opfer dieser Versuchung geworden.

Fazit

Der Mittelpunkt der christlichen Glaubenspraxis sind die christlichen Gottesdienste, in denen dem Herrn Jesus Anbetung dargebracht wird. Anbetung ist ein menschlicher Reflex auf die Erkenntnis Gottes. Und Gott, unser Vater, sucht uns als seine Anbeter. Die Anbetung Gottes erfolgt aber nicht willkürlich, Gott hat Leitlinien aufgestellt. So soll Anbetung im Heiligen Geist und wahrhaftig erfolgen. Anbetung Gottes ist daher eine Angelegenheit für errettete Kinder Gottes und sie muss Gottes Willen respektieren.

Werden Ungläubige bewusst in die Anbetung Gottes einbezogen, wird ihnen die Wahrheit von ihrer Verlorenheit vorenthalten und gleichzeitig die heilige Kirche auf den Boden der verlorenen Welt herunter gezogen. Werden andererseits nicht alle Gläubigen einbezogen, etwa durch Ernennung einer "Geistlichkeit" oder durch das Aufstellen von Liturgien, wird dem Herrn Jesus die Leitung des Gottesdienstes vorenthalten. Es wird ihm verwehrt, diejenigen zum Lob und zur Anbetung Gottes zu benutzen, die er für diese Zusammenkunft vorgesehen hat. Der Wunsch, möglichst niemanden von unserer Anbetung auszuschließen entspringt der Eigenliebe, nicht der Liebe zu Gott. Der Wunsch, Gottesdienste durch ernannte Geistliche und durch Liturgien leiten zu lassen entspringt unserer eigenen geistlichen Schwäche und unserem mangelnden Vertrauen in die Leitung unseres Herrn Jesus.

Doch wenn wir der Einheit des Leibes Christi Ausdruck verleihen, indem wir als Kinder Gottes zur Anbetung zusammenkommen, und wenn wir uns dabei nur von ihm leiten lassen, da tritt er wahrhaft und erlebbar in unserer Mitte (Matthäus 18,20). Erst dann verwirklichen wir den wichtigen Grundsatz, an den uns auch das Reformationsjahr erinnert: Solus Christus, dann ist er wirklich unser Mittelpunkt, in dem allein das Heil zu finden ist. Dann strömt unser Herz über angesichts seiner Gegenwart und seiner Wundmale, die uns etwas erzählen von seiner unendlichen Liebe zu uns. Dann tun wir den Willen unseres Vaters, der wahrhaftige Anbeter sucht und wir werden selbst erfüllt von seiner Liebe und von seinem Frieden.



Weitere Informationen zum Thema Anbetung:

Dieser Beitrag basiert auf Gedanken aus und zu dem Aufsatz von Kelly, William (1872): "Anbetung". Er erschien ursprünglich in "The Bible Treasury", Band 9 und Anfang 2017 auf bibelkommentare.de als Ebook (Anbetung als Ebook). Weitere Gedanken zu diesem Thema:
  • Blackburn, John Stuart (1985): Wahre Anbetung, Ernst-Paulus-Verlag, Neustadt/Weinstraße. Original: The True Worship (1964), Central Bible Truths Depot Ltd., London. Eine Zusammenfassung des Buches findet sich hier.
  • Sprich, Christoph (2016): Eine Präsentation zu einem Vortrag "Anbetung - vom Sinn des Lebens" findet sich bei Prezi.