Donnerstag, 17. September 2020

Ist das Christentum eine Religion der Schwäche?




Das Christentum ist die Religion der Schwachen. Seine Anhänger folgen einer Führungsfigur, die
sich den Unterdrückern ergeben hat und sich wehrlos töten ließ. Viele Christen tragen sogar das sichtbare Zeichen dieser Niederlage vor sich her und identifizieren sich mit dem Kreuz. Die Niederlage dieses Glaubens im globalen Systemwettbewerb der Weltanschauungen, der Religionen und Ideologien scheint vorprogrammiert. Ob Sozialismus, Konservatismus, ob hohe philosophische Staatsphilosophien, ob Islam oder völkischer Nationalismus - sie alle setzten auf Stärke, Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen, um die Menschheit verändern zu können. Auf die Religion der Schwachheit kann man da nur herabschauen. Oder?

Tatsächlich ist das Christentum eine Religion für Schwache: Denn wer an Jesus Christus glaubt, hat erkannt, dass er selbst aus eigener Kraft weder gegen den Strom der Zeit ankommt noch sein eigenes Schicksal in der Hand hat. Aber er hat auch erkannt, dass die Kraft Gottes das Vermögen des Menschen bei Weitem übersteigt. Under kann auf diese Kraft vertrauen, weil er weiß, dass Gott ihn liebt, bei ihm und für ihn ist. Ja, das Christentum ist die Religion der schwachen Menschen - aber genauso ist sie die Religion der Stärke Gottes. Eine Religion für Schwache, aber keine Religion der Schwachheit! Die Kraft Gottes sieht und erlebt aber nur der Gläubige. Wer Jesus nicht als Herrn angenommen hat, der kann im Kreuz nur Tod, Schwachheit und Niederlage sehen. Deshalb war das Kreuz auch das letzte, was die ungläubige Welt vom Herrn Jesus zu sehen bekam. Doch der gläubige Christ sieht den Herrn Jesus nicht am Kreuz. Mit seinem geistlichen Auge sieht er den Auferstandenen, dessen Herrschaft über das Leben den Tod besiegt hat; den, der sich schon vor 2000 Jahren nur den Menschen als Auferstandener gezeigt hat, die an ihn glauben. Dieser Jesus ist Sieger über alle Gewalt der Menschen. Der Gläubige sieht seinen Herrn nicht am Kreuz, sondern er sieht ihn lebend, an der rechten Seite Gottes sitzend. Nicht gedemütigt und ohne Kleidung, sondern mit Macht und Ehre. Wer könnte mehr für Macht, Stärke und Sieg stehen, als der, den wir unseren Herrn nennen? Der als König der Könige kommen wird, um alle Macht an sich zu nehmen?

Das Christentum ist eine Religion des Kampfes, keine Religion der Schwäche. Der Christ lebt sein Leben im Kampf und bleibt so lange auf dem Schlachtfeld, bis er von seinem Herrn nach oben abberufen wird. Doch wir kämpfen nicht die Schlacht der Zwistigkeiten dieser Welt. Und wir kämpfen nicht aus eigener Kraft, sondern als Werkzeuge Gottes und "Gefäße" seiner Kraft. Ein geistlicher Kampf, den weltlich schwache Menschen mit Hilfe der unendlichen, mächtigen und zerstörerischen Kraft Gottes führen. Und ind diesem Kampf hat keine Ideologie und keine Religion den Hauch einer Chance auf Sieg. So schreibt der Apostel Paulus: "denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern göttlich mächtig zur Zerstörung von Festungen, indem wir Vernunftsschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus." (2. Korinther 10,4f). Ich danke meinem Herrn Jesus, dass er mich - trotz meiner Schwachheit - in seinem Kampf gebrauchen kann. Danke, dass Du zu mir sagst: "Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht." (2. Korinther 12,9).

 

Jesus am Kreuz: Sieg oder Niederlage?