Donnerstag, 24. September 2020

Sieben Kinder, Großstadt, ein Einkommen: Wie kann das funktionieren?


Als Vater von sieben Kinder werde ich häufig gefragt, wie man das alles so "hinbekommt", oft von jungen Vätern. Und tatsächlich ist das Leben mit Kindern herausfordernd. Angeregt durch solche Gespräche habe ich hier 10 Tips für Eltern aufgeschrieben
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Lidl wird zum guten Freund

 

Wenn ich hier Tips für die Famlie gebe, dann muss eines klar sein: Meine Erziehungsarbeit ist noch längst nicht abgeschlossen. Meine Kinder sind heute zwischen fünf und 14 Jahre alt, keines geht seine eigenen Wege, der Erfolg des "Projekts" steht also noch aus. Alles, worauf ich mich berufen kann, ist, dass es bisher gut funktioniert, dass die Beteiligten zufrieden scheinen und dass in unserer Familie vieles so läuft, wie wir es als Christen im Licht der Bibel für richtig halten. Klar sein soll auch, dass ich keine Tips geben will, die man nur als Spitzenverdiener verwirklichen könnte. Zu denen gehöre ich nicht. Ich wohne mit meiner Familie in einer Standard-Plattenbauwohnung in Ost-Berlin und wir haben keine Putzfrau, Kindermädchen oder Großeltern, die uns bei den täglichen Aufgaben unterstützen.

Hier nun meine zehn Tips für Eltern:

  1. Gib Jesus das Kommando!
    Ohne Jesus Christus im Kommandostand würde könnten wir nicht durchkommen. Gib ihm das Kommando, damit Deine Familie seinen Segen bekommen kann. Der Platz an der Spitze steht ihm auch zu. Denn "[a]lle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen." (Kolosser 1,16). Wo Jesus Hausherr ist, wird sein Segen nicht fehlen. Wo er aber nicht Hausherr ist, wird Satan, der "Weltbeherrscher dieser Finsternis" (Epheser 6,12) der Familie einen Lebensstil aufdrücken wollen, der auf Leid, Abstieg und Scheitern hinausläuft. Ich danke Jesus, dass er bei uns das letzte Wort hat - und dieses Wort immer gut für uns ist!

  2. Zapfe die Kraftquelle Gottes an!
    Familienleben ist anstrengend. Ungeheuer anstrengend. Körperlich, seelisch und auch finanziell. Kinder fordern Dich, stellen Dich auf die Probe. Gespräche, Erziehungsarbeit, Einkaufen gehen, das zusätzlich zum Job. Das geht schnell auf Kosten der Substanz. Aber wir müssen - und dürfen - auf die Kraft Gottes zurück greifen. Lege Dein Schicksal in die Hand von Jesus. Er ist die Quelle aller Kraft, die er auch Dir geben will. Er ruft Dir zu: "Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht." (2. Korither 12,9). Ohne seine Kraft ginge bei mir gar nichts!

  3. Danke Gott für eine tüchtige Frau!
    Danke Gott für eine Frau, deren Stärke der Herr Jesus ist. Die Freude daraus schöpft, zur Ehre des Herrn zu leben. Sie wird viel Kraft brauchen, alleine schon, um den gewaltigen Anfeindungen der Welt zu trotzen. Denn Staat, Medien und Gesellschaft wollen die Frau zunehmend für ihre Zwecke instrumentalisieren. Schütze Deine Frau davor. Kinder bekommen ist unvorstellbar anstrengend, Erziehung und Hausarbeiten auch. "Eine tüchtige Frau, wer wird sie finden? Denn ihr Wert steht weit über Korallen." (Sprüche 31,10). Ohne eine solche Frau wären wir oft dem Schiffbruch nahe - wie reich sind wir beschenkt!

  4. Teamplay statt Chaos an Deck!
    Auf einem Schiff muss jeder seine Rolle kennen und seinen Platz einnehmen. Gerade im Sturm geht es nicht mehr darum, wer welchen Rang hat, sondern darum, nicht abzusaufen. In der Familien ist es nicht anders. Die Kinder müssen wissen, dass Dein Wort als Vater oder Mutter zählt und dass sie auch mal mit anpacken müssen. Dieser Anspruch entspringt aber nicht meiner Selbstherrlichkeit als Vater. Die Ordnung an Deck ist eine Idee Gottes, die den Kindern sagt: "Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern im Herrn, denn das ist recht." (Epheser 6,11). Auch das Verhältnis zwischen Mann und Frau mit Christus als Kapitän hat Gott so geordnet, dass die Besatzung gut durch Stürme kommen kann (1. Korinther 11,3). Wie oft wären wir gekentert ohne Gottes Plan!

  5. Lass es Dir nicht nehmen, in Liebe zu erziehen!
    Erziehung ist Aufgabe der Eltern - von niemandem sonst. Erziehung kann und soll man nicht "outsourcen" - auch dann nicht, wenn Staat, Medien und Gesellschaft alles daran setzen. Gott ist deutlich, wenn er Euch sagt "zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn." (Epheser 6,1): Wir sollen erziehen. Die Eltern. Gott sagt nicht "lasst sie aufziehen". Und wir sollen in Liebe erziehen. Deine Kinder dürfen dankbar sein dafür und Deine Familie wird sich gut entwickeln. Wir dürfen die Liebe weitergeben, die wir von unserem himmlischen Vater empfangen und kennen gelernt haben. Aber Achtung: Als "Kumpel" können wir nicht in Liebe erziehen. Und Liebe ist nicht immer lieblich. Erziehung in Liebe erfordert auch Strenge und Zurechtweisung (vgl. Sprüche 13,24) - auch das lernen wir im Umgang mit unserem himmlischen Vater!

  6. Schulausbildung im Blick haben!
    In einem Land mit staatlicher Schulpflicht und rapide erodierender Werteordnung kommt es um so mehr darauf an, eine gute Schule zu finden. Klar, das absolute Ideal ist Home Schooling (Vgl. Punkt 5). Allerdings ist das rechtlich nicht überall möglich und von vielen Eltern auch kaum pädagogisch darstellbar. Auch ich würde mir das nicht zutrauen. Wir sollten aber zumindest unsere Möglichkeiten nutzen, eine möglichst gute Schule für unsere Kinder zu finden und dabei auch vor Wohnortwechseln nicht zurückschrecken. Wichtig ist etwa, dass die Kinder genügend Zeit mit der Familie verbringen können und dass  die Schule Wertevermittlung mindestens genauso wichtig nimmt wie Leistung. Ich danke Gott, dass er uns gute Schulen gezeigt hat!

  7. Verzichte auf Luxus und Eitelkeiten!
    Auf Luxus und Eitelkeiten sollen und dürft Ihr als Eltern einer Großfamilie verzichten. Wir sollten sie sogar ablehnen. Zur "besseren Gesellschaft" gehören zu wollen, ist zwar gut - aber der Maßstab für das Bessere darf nicht die Welt sein, deren Elite den König der Könige kreuzigte (und die ihn bis heute als ihren Herrn ablehnt). Nein, wer zur Elite der Welt gehören (und dies durch Statussymbole ausdrücken) will kann kaum geistlich elitär sein. "[D]as Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt" (1. Korinther 1,28). Auf Statussymbole dürfen wir also getrost verzichten, statt dessen sagt Gott uns: "sinnt nicht auf hohe Dinge, sondern haltet euch zu den Niedrigen" (Hebräer 13,5). Nicht aus Not, sondern aus Überzeugung wähle ich deshalb Lidl statt Bio, C&A statt Markenkleidung und Second Hand statt dem neuesten Modell. Ich danke meinem Herrn für Lidl und eine funktionierende Marktwirtschaft!

  8. Die Geschenke des Herrn annehmen!
    Was könnte man als Großfamilie nicht alles brauchen. Ein größeres Auto, ein eigenes Haus oder gar eine Datsche. Wenn wir unsere Phantasie spielen lassen, uns bei Kollegen und Freunden umhören oder Fernsehwerbung schauen wird der Wunschzettel sicher immer länger. Doch wer viel will, der kann Glück nur mit hohem Einkommen finden. Die Alternative ist, dass wir weniger wollen. Und genau das ist der Weg, den Gott uns zeigt. "Der Wandel sei ohne Geldliebe; begnügt euch mit dem, was vorhanden ist" (Hebräer 13,5). Und wie viel ist für uns vorhanden! Denke nach, was der Herr Dir schon gegeben hat. Beobachte Deine Kinder, die aus allem und aus jeder Situation etwas spannendes machen können.. Wie glücklich macht eine Fahrradtour im eigenen Kiez, ein "Strandurlaub" am nahen Müggelsee, die Angeltour an der Spree oder eine Entdeckungsreise im nahen Park. Ich danke Gott für die vielen kleinen Geschenke, die er täglich für uns bereit hält!

  9. Bibel statt PS4 und Netflix!
    Elektronische Medien gehören heute in jeder Familie zum Alltag, auch bei uns. Aber elektronische Medien dürfen uns nicht beherrschen. Die Familie muß ein Schutzraum für die ganze Familie sein. Ihr seid verantwortlich dafür, dass die Schutzmauern stehen und die Stadtore im richtigen Moment geschlossen werden. Als Türhüter der Kinderseelen seid Ihr für die Abwehr von bösen, weltlichen, satansichen Einflüssen verantwortlich. Die "elektrische Oma" darf in Deiner Wohnung nicht den Ton angeben. Die Bibel ermahnt uns: "Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen, indem ihr in aller Weisheit euch gegenseitig lehrt" (Kolosser 3,16). Deshalb begrenzt den Medienkonsum und stellt sicher, dass die Bibel täglich gelesen und ausgelegt wird. Das Internet bietet außerdem Zugang zu einer Überfülle an christlicher Musik, christlichen Hörspielen, Vorträgen, E-Books und Filmen.

  10. Familie funktioniert nur gemeinsam mit Anderen!
    Familie funktioniert nicht alleine sondern nur in Gemeinschaft mit Anderen. Kinder und Eltern brauchen nicht nur gegenseitige Hilfe, sondern vor allem auch geistliche Erbauung, Gespräche, Orientierung, gemeinsames Musizieren, Bibelauslegung und gemeinsame Anbetung unseres Herrn Jesus. Deshalb müssen unsere Familie einerseits teilhaben an den Aktivitäten der Christen vor Ort, also an Predigten, Anbetungsstunden, Gebetstreffen, Sonntagschule, Jugendstunden usw. das geht, "indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen" (Hebräer 10,25). Lasst die Schafe immer dort sein, wo auch dei Herde ist! Andererseits sollten unsere Wohnungen aber auch Teil "Bühne" des örtlichen Christenlebens sein, in dem unsere Türen offen sind für andere: "Seid gastfrei gegeneinander ohne Murren." (1. Petrus 4,9). Ich bin dankbar dafür, dass wir als Familie nicht alleine sind!

Wer mehr darüber wissen will, wie Gottes Plan für einge gelungene Ehe und eine glückliche Familie aussieht, findet hier mehr Informationen.