Mittwoch, 9. Dezember 2020

Warum jede Generation glaubt, aus der Geschichte gelernt zu haben



Es kommt vor, dass wir früheren Generationen Fehler vorwerfen und es nicht für möglich halten, deren Fehler selbst begehen zu können. Das war schon in den Tagen Jesu so. 

Das Alte Testament berichtet von Propheten, die im Namen Gottes geredet haben und dafür misshandelt oder sogar ermordet wurden. Die Pharisäer und Schriftgelehrten Israels, die Führer des Volkes zur Zeit Jesu, waren sich sicher: Unsere Väter haben gesündigt, ja. Sie haben die Botschaft Gottes überhört und sich die Hände an unschuldigem Blut schmutzig gemacht. Aber wir, wir haben gelernt, wir hören die Stimme Gottes und wären nicht so unfähig wie unsere Väter. Doch der Herr Jesus wirft ihnen vor: 
"[Ihr Pharisäer und Schriftgelehrte sagt:] Wären wir in den Tagen unserer Väter gewesen, so würden wir nicht ihre Teilhaber an dem Blut der Propheten gewesen sein." (Matthäus 23,30). 
Doch in Wirklichkeit waren die Führer des Volkes Israels noch viel schlimmer als ihre Vorfahren. Ihnen stand nicht nur ein Prophet Gottes gegenüber. Sie wollten nicht nur einen Boten Gottes ermorden. Sie hatten es mit Gott selbst zu tun, der als Mensch auf die Erde gekommen war. Und sie konnten das genau wissen. Denn er erfüllte all die Prophezeiungen der biblischen Bücher, die sie auswendig lernten. Und Jesus musste ihnen sagen, dass auf sie eine harte und gerechte Strafe wartet (Vers 35). 

Hat uns die Geschichte vorbereitet auf Entscheidungen mit Tragweite?

Haben wir selbst aus der Geschichte gelernt? Würden auch wir die Fehler unserer Väter niemals wieder tun? Ja, wir sehen Fehler der Väter in der Vergangenheit, die sehr unterschiedlich gelagert waren. Das Töten von Propheten durch die Führer Israels war etwas anderes als die Kreuzzüge oder die Errichtung der Konzentrationslager. Der Umgang mit Umweltverschmutzung, Abtreibung, oder Homosexualität ist etwas völlig anders als Entscheidungen zu Geschlechtergerechtigkeit, Corona oder zum Weltklima. Im Jahr 2020 stehen wir vor völlig neuen Herausforderungen, die aber, wie schon damals, jedem von uns ein moralisches Urteil abverlangen. Das Urteil muss so unterschiedlich ausfallen, wie die Herausforderungen sind. Aber es es gibt nur einen einzigen Weg, um sicher zu stellen, dass wir heute nicht moralisch versagen. 

Durch Gottes Führung auf der sicheren Seite

Zunächst müssen wir den Kern des Versagens früherer Generationen erkennen: Die Abwendung von der Autorität Gottes! Wir müssen sicherstellen, dass der Herr Jesus die höchste Autorität in unserem Leben ist. Das tun wir, in dem wir uns in allen persönlichen und gemeinschaftlichen Entscheidungen nach der moralischen Autorität der Bibel richten. Ganz, gleich, was die Masse der Menschen sagt. Richten wir uns aber nach der "herrschenden Meinung", stellen wir uns auf eine Stufe mit den Pharisäern und Schriftgelehrten zur Zeit Jesu - und laufen Gefahr, unter das gleiche Urteil zu fallen.