Saulus von Tarsus muss ein beeindruckender Mann gewesen sein. Stark, moralisch untadelig, gebildet, voller Tatendrang, voller Überzeugungen, ein talentierter Redner, der die Menschen in seinen Bann zog. Doch an einem Tag erlebte er seine persönliche Kapitulation.
Saulus kapitulierte an dem Tag, an dem er Jesus Christus begegnete. Auf dem Weg nach Damaskus umstrahlte ihn ein Licht und geblendet stürzte er zu Boden und fragte Jesus: "Wer bist du, Herr?) (Apostelgeschichte 9,5). Geblendet kam er wieder auf die Füße und stellte sein Leben in den Dienst seines neuen Herrn. Erst mit der Kapitulation seiner eigenen Stärke und durch die Kapitualation seiner moralischen Überlegenheit konnte er als Paulus von Tarsus ein nützliches Werkzeug für Gott werden.
Später schrieb Paulus über die Natur des Menschen:
"Keiner ist gerecht - nicht ein Einziger.
Keiner ist einsichtig, keiner fragt nach Gott.
Alle sind sie von ihm abgefallen,
allesamt sind sie verdorben.
Es gibt keinen, der etwas Gutes tut!
Auch nicht einen Einzigen!"
(Römer 3,10f).
Mit menschlichen Augen betrachtet war Saulus ganz ohne Zweifel eine herausragende Persönlichkeit. Ambitioniert und ausgestattet mit allem, was für Erfolg und Sieg notwendig ist. Aber er hatte erkannt, dass er im Licht göttlicher Kriterien mit leeren Händen dasteht. Nichts zu bieten hat. In den Augen Gottes schmolz seine Überlegenheit plötztlich weg wie das Eis in der Mittagssonne. Mit göttlichen Augen betrachtet waren seine Fähigkeiten nichts. Doch durch seine persönliche Kapitulation konnte er ein mächtiges Werkzeug in der Hand Gottes werden. Paulus reiste durch die Welt, ließ sich weder von Drohungen, von Folter, von Hunger oder Durst aufhalten und überzeugte unzählige Menschen an allen Orten davon, vor Gott zu kapitulieren und ihr Leben in die Hand des Herrn Jesus, des Siegers über Tod und Satan, zu geben. Paulus konnte später schreiben:
"Ich will also gern stolz auf meine Schwachheit sein.
Dann kann sich an mir
die Kraft von Christus zeigen.
Deshalb freue ich mich über meine Schwäche -
über Misshandlung, Not, Verfolgung und Verzweiflung.
Ich erleide das alles gern wegen Christus.
Denn nur wenn ich schwach bin, bin ich wirklich stark."
(2. Korinther 12,9f)
Hast Du schon kapituliert? Oder kämpfst Du noch?
