Freitag, 21. Oktober 2022

Warum Überzeugungen provozieren können


Nächstenliebe gilt als hohe Tugend. Alle Menschen sind fähig, Nächstenliebe zu praktizieren, auch bei Atheisten kann sie hoch im Kurs stehen. Und tatsächlich sieht man in der Welt, in der wir leben, viel Gutes. Liebe, gute Werke, große Leistungen der Menschlichkeit, Barmherzigkeit - ja, all das gibt es in der Welt. 
Doch das Gute, das es in der Welt gibt, darf uns nicht hinwegtäuschen über den moralischen Wesenskern dieser Welt. Über das böse Wesen der Welt läßt die Bibel keinen Zweifel aufkommen. Der Herrr Jesus ließ auch seine ungläubigen Verwandten nicht darüber im Unklaren: 

"Euch kann die Welt gar nicht hassen.
Aber mich hasst sie,
weil ich als Zeuge gegen sie auftrete.
Und ich bezeuge, dass ihr Tun böse ist."
(Johannes 7,7)

Mit Welt (im griechischen Urtext "kosmos") beschreibt der Herr Jesus die soziale Ordnung der Gesellschaft, die ohne Bezugnahme auf Gott errichtet ist. In den Augen der Menschen hat die Ordnung dieser Welt positive und negative Aspekte. Und zu Recht versuchen sie, das Positive zu stärken und das Böse in der Welt zu bekämpfen. Doch der Herr Jesus richtet den Blick darauf, wie Gott den moralischen Zustand dieser Welt sieht. Gott hatte seinen einzigen Sohn in diese Welt geschickt, Gott selbst kam in diese Welt - und hat ihr durch ihn den moralischen Spiegel vorgehalten. Im Licht des Herrn Jesus, der immer nur in Liebe gehandelt hat, der sich selbst für andere aufopferte, der nie etwas böses tat, in diesem hellen Licht kommt die abgrundtiefe Bosheit des Weltsystems erst so richtig zum Ausdruck. Bis heute erkennt der Mensch durch das Lesen des Wortes Gottes, wie weit die Welt von Gott entfernt ist. Die Welt konnte gar nicht anders, als den Zeugen Gottes zu hassen. Denn die Person Jesus Christus ist Beweis für ihrer Bosheit. Und die Welt hasste in in Vollkommenheit, und zwar bis sie ihn, den Zeugen ihrer Bosheit, am Kreuz getötet hatten.

Der Charakter dieser Welt hat sich nicht geändert. Genausowenig, wie sich der Charakter des Herrn Jesus geändert hat. Und so ist es kein Wunder, dass die Welt auch die hasst, die Zeugen des Herrn Jesus in unserer Zeit sind. So, wie die Welt den Herrn Jesus ans Kreuz bringen wollte, so will sie auch das Zeugnis Gottes auslöschen. Christen sollten sich deshalb nichts vormachen: Wenn die Welt auch gute Taten gegenüer der Welt gerne in Anspruch nimmt und rühmt - bis heute leht sie die ab, die von Jesus Christus Zeugnis ablegen, die seinen Willen aussprechen. Seit Jahrzehnten war es nicht mehr so heikel für Christen, Wahrheiten aus Gottes Wort offen auszusprechen. Denken wir nur an Gottes Pläne zu seiner Schöpfungsordnung, zur Beziehung zwischen Mann und Frau, zur Beziehung zwischen Eltern und Kindern oder zum Verhältnis von Bürger und Staat. 

Doch der Hass der Welt darf Christen nicht entmutigen, in der Welt zu wirken und für den Herrn Jesus Zeugnis abzulegen. Der Hass der Welt ist uns vielmehr tägliche Mahnung, für ihn einzustehen, in dieser Welt zu wirken und zu arbeiten, Seelen für den Herrn Jesus zu gewinnen. Und wir dürfen sicher sein: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat (1. Johannes 5,4).