Dienstag, 25. Oktober 2022

Macht mehr Wissen eigentlich klüger?


"Eigentum verpflichtet" - das wird in unserer marktwirtschaflichen Ordnung gesagt, um vermögende Menschen daran zu erinnern, dass Eigentum mit Verantwortung einhergeht. Klar, wer viel hat, der muss auch verantworten, wie er damit umgeht.
Das gleiche Prinzip gilt für unseren Reichtum an Wissen und Erkenntnis. Wissen verpflichtet. Zu der Zeit, als der Herr Jesus auf der Erde war, gehörten die Pharisäer zu den gebildeten Menschen. Sie kannten heilige Schriften auswendig, hatten Schulen besucht und eine strenge Erziehung genossen. Nachdem Jesus einen Blinden sehend gemacht hatte, fragten die Pharisäer ihn danach, ob er etwa auch sie, die geistigen Führer ihrer Zet, als "Blinde" ansehe. Jesus nutzte die Gelegenheit, um sie auf ihre Sünde hinzuweisen:

"Wenn ihr blind wärt,
wäret ihr keine Sünder.
Aber jetzt behauptet ihr: 'Wir sehen!'
Darum bleibt eure Sünde bestehen!"
(Johannes 9,41)

Die Pharisäer hatten mehr von Gott und der Welt verstanden als die meisten Menschen ihrer Zeit. Aber ihr Wissen, ihre Einsicht, auch ihre Beschäftigung mit heiligen Dingen hat sie nicht dazu gebracht, den Herrn Jesus als den anzuerkennen, der er ist: Als Sohn Gottes, als Messias, als Herrn den Welt und als Retter von unserer Sündenschuld. Die Schuld der Pharisäer wäre kleiner gewesen, hätten sie weniger Einsicht gehabt. Denn sie haben ihr Wissen nicht dazu genutzt, die Schlussfolgerungen zu ziehen, die Gott erwarten könnte. So muss der Herr Jesus ihnen sagen: Eure Sünde bleibt bestehen. Ihr bleibt getrennt von Gott. Ihr werdet nicht gerettet werden vor dem kommenden Zorn Gottes.

Wie viel Erkenntnis haben die Menschen in unserer Zeit? Nie war der Bildungsstand in Deutschland höher als heute. Nie haben mehr Menschen Abitur gemacht, nie konnten mehr Menschen an Hochschulen studieren. Niemals war es einfacher, an Wissen zu kommen als in Zeiten des Internet. Und dennoch lehnen es Menschen ab, Gott gehorsam zu sein, ihn zu suchen, auf seinen Willen zu hören. Ganz im Gegenteil, Menschen gebrauchen Wissen und Erkenntnis, um sich von Gott zum "emanzipieren", um nicht nur ein Leben ohne ihn zu führen, sondern um ihre Gottesferne auch noch zu rechtfertigen. Wissenschaftliche Theorien müssen herhalten, um die Anzahl der Geschlechter zu bestimmen, den Sinn des Lebens aufzuzeigen, den Ursprung der Welt oder die Belanglosigkeit von Sünde zu rechtfertigen. Moralische Verirrung wird gerechtfertigt mit scheinbaren wissenschaftlicher Errungenschaften. Aber wir sollten nicht vergessen, dass Erkenntnis verpflichtet. Der Herr Jesus ruft der Welt zu: Weil ihr sagt, ihr seht, bleibt eure Sünde, die Trennung von Gott, bestehen. 

Der Herr Jesus ist auf die Welt gekommen, damit wir nicht von Gott getrennt sein müssen. Wir dürfen ihn als Herrn und Heiland annehmen und als Kinder Gottes mit ihm Gemeinschaft haben. Und uns von ihm die Augen öffnen lassen. Was wir haben und wissen, können wir dann für Gott und nicht gegen ihn einsetzen - und, befreit von unserer Sündenschuld, ewiges Leben bekommen.